Aus diesem Vergehen der Schönheit ensteht die Frucht – Teil 1

By | Mai 22, 2017

Aus diesem Vergehen der Schönheit ensteht die Frucht. Dieses Stadium wird dem Orchideenfreund selten ersichtlich. Gelegentliche Bestäubungen durch Insekten sind möglich, jedoch unerwünscht. Eine Bestäubung durchzuführen, nur um den Versuch zu machen, Samenansatz zu erzielen, ist nicht ratsam. Meist ist bei den Pflanzen durch die lange Entwicklungszeit der Früchte und die sehr umfangreiche Samenproduktion eine mehr oder minder große Schwächung festzustellen, welche die Existenz der Mutterpflanze in Frage stellt. Verweilen aber möchte ich bei den Samen. Wie die Orchideen in so vielen Eigenschaften von anderen Pflanzen abweichen, so auch hier. Zunächst ist die Menge der produzierten Samen je Frucht gegenüber anderen Gewächsen überdimensional. Sie schwankt zwischen einigen Zehntausend bis zu einigen Millionen, wie es z. B. bei Cattleya der Fall ist. Infolgedessen sind sie winzig klein, ohne jedes Nährgewebe, wie es fast alle anderen Samen besitzen. Vorhanden ist nur der Embryo, umgeben von einer zarten Hülle, der Testa. Mir selbst ist es beinahe unfaßbar, daß in solcher Winzigkeit alle Eigenschaften der daraus entstehenden Pflanze, ihr Wuchs, die Schönheit und Eigenart der Blüten, ihre Form, Farbe, Größe und vieles andere noch verborgen liegen und weitergetragen werden im ewigen Rhythmus des Lebens. Unser Geist muß sich beugen vor solcher Größe im Natur geschehen – nichts ist hier in gesetzmäßiger Selbstverständlichkeit für uns selbstverständlich oder sollte es wenigstens nicht sein.

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