Das Kleingewächshaus – Teil 1

By | Juni 13, 2017

Das Kleingewächshaus

Für die Pflege von Orchideen ist das Kleingewächshaus der günstigste Ort. Mit dieser Feststellung soll der Zimmergärtner nicht mutlos gemacht werden. Die Pflege im Pflanzenfenster oder in Vitrinen kann gleichgute Erfolge zeitigen. Es gibt jedoch bei jeder Liebhaberei ein letztes Wunschziel, und dies ist für Orchideen mehr als für andere Pflanzen das Kleingewächshaus. Der wesentlichste Vorteil ist das Oberlicht und damit die Möglichkeit, den Pflanzen weit höheren Lichtgenuß bieten zu können als bei seitlichem Lichteinfall im Pflanzenfenster. Günstiger ist auch der größere Luftraum und die damit leichtere Regulierbarkeit der Temperatur, Feuchtigkeit, Luftfeuchte und Lufterneuerung durch entsprechendes Lüften. Insgesamt bedeutet dies günstigere Lebensbedingungen für die Pflanzen. Die Wartung ist leichter, da eine Rücksichtnahme auf die Zimmereinrichtung in bezug auf Feuchtigkeit entfällt. Solchen vielen Vorteilen stehen natürlich auch Nachteile gegenüber. Es hegt auf der Hand, daß die Einrichtung und der Unterhalt eines Kleingewächshauses kostspielig sind. Der Zeitaufwand für Wartung und Pflege ist größer. Diesem Umstand kommt besondere Bedeutung zu. Was beim Wunsch nach einem Kleingewächshaus nicht beachtet oder bagatellisiert wird – nämlich der erforderliche tägliche Zeitaufwand -, vermag später belastend zu werden. Sobald eine Leidenschaft mit Pflichten behaftet ist, kann sie sehr schnell abkühlen und erlöschen. Insbesondere ist bei diesen Pflichten an die erforderliche Wartung der Heizung im Winter gedacht. Sogar wenn das Gewächshaus an die Warmwasserheizung eines Wohnhauses angeschlossen ist, kann das Heizen noch problematisch sein.
In der Regel wird die Beheizung bewohnter Räume nachts und in den frühen Morgenstunden wesentlich reduziert. Dies ist aber nur in gewissen Grenzen für das Gewächshaus tragbar, muß also bei der Regulierung der Heizungsanlage berücksichtigt werden. Eine elektrische Beheizung – ideal weil am leichtesten automatisch steuerbar – wird im Dauerbetrieb zu teuer und kann nur für die Übergangszeiten oder als Reserve in Betracht kommen. Diese Erwägungen seien den folgenden Ausführungen vorangestellt.
Zwei Möglichkeiten der Pflege im Kleingewächshaus bestehen; sie sind ausschlaggebend für die Planung und die Wahl des Platzes:
a) Unterbringung der Pflanzen nur während der wärmeren Jahreszeit, also etwa Mai bis Ende September,
b) Dauerbesetzung.
Bei vorübergehender Benutzung ist die Lage des Kleingewächshauses eigentlich nur von der Himmelsrichtung abhängig. Daß es sich möglichst nahe der Wohnung befinden soll,ist wohl wegen der erforderlichen Betreuung der Pflanzen eine Selbstverständlichkeit. Eine Heizanlage ist nicht nötig. Sie ist nur dann erforderlich, wenn sehr wärmebedürftige Orchideen vorhanden sind, denen gelegentliche Schlechtwetterperioden oder starke Temperaturgegensätze, wie sie oft im Anschluß an Gewitter zu verzeichnen sind, gefährlich werden können. Für kühler zu haltende Orchideen ist die nächtliche Taubildung im ungeheizten Glashaus eine Wohltat, die sie mit freudigem Gedeihen quittieren. Es ist eine weitgehende Angleichung an die Verhältnisse am heimatlichen Standort. Der Aufenthalt kann ziemlich lange ausgedehnt werden. Er ist abhängig von der geographischen Lage des Ortes, seinem Klima und der Umgebung des Glashauses. Bei einem schönen und milden Herbst können die Pflanzen bis Ende Oktober im ungeheizten Haus bleiben. Es ist nur erforderlich, die Feuchtigkeit und Lüftung auf die dann relativ kühle Atmosphäre einzustellen, also eher trocken als zu naß zu halten.

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