Das Kleingewächshaus – Teil 2

By | Juni 13, 2017

Bei Dauerbesetzung sind die Möglichkeiten einer rationellen und sicheren Beheizung ausschlaggebender als andere Erwägungen. Erst mit einer größeren überbauten Grundfläche erhält ein allseitig freistehendes Gewächshaus absolute Sicherheit in der erforderlichen Wärmehaltung. Kleine Räume, die im Winter allseitig von Kälte umgeben sind, kühlen zu sehr aus. Die Gefahr, daß in einer kalten Nacht trotz Heizung alles einfriert, besteht dann auf jeden Fall und ist ein nichtvertretbarer Unsicherheitsfaktor. Sofern sich die Möglichkeiten ergeben, ist der Anbau eines Kleingewächshauses an das Wohnhaus vorteilhaft. Eine unmittelbare Verbindung zu Wohn- oder Wirtschaftsräumen ist wünschenswert, muß jedoch nicht Bedingung sein. Ideal ist der Anschluß an eine vorhandene Warmwasserheizung, sofern die Leistung des Kessels dies zuläßt. Wenn nicht, muß an eine Vergrößerung seiner Heizfläche gedacht werden.

Die Himmelsrichtung, in welcher der Anbau erfolgen soll, ist meist von den baulichen Verhältnissen des Gebäudes festgelegt und nicht ohne weiteres den Anforderungen nach besten Bedingungen für die Pflanzen anzupassen. Im wesentlichen gelten alle Voraussetzungen, die bei der Lage eines Pflanzenfensters bereits eingehend erörtert wurden. Günstig sind Osten und Westen mit den Übergängen nach Süden und Norden. Reine Nordlage kommt nur für bestimmte Orchideenarten in Betracht. Sie sind bei Besprechung der Pflanzenfenster erwähnt. Schwierig ist die direkte Südlage ohne Baumschatten. Gute Beschattungsvorrichtungen sind dann die allererste Voraussetzung für erfolgreiche Pflege, sonst ist die Erwärmung in der warmen Jahreszeit zu stark. Großflächige Hauswände in Süd- bis Westlage, denen das Gewächshaus angebaut ist, können sich als Wärmefang ungünstig auswirken, mindestens in den Monaten Mai bis September. Unerwünschte Beschattung durch benachbarte Gebäude gilt es bei der Wahl des günstigsten Standortes ebenfalls zu berücksichtigen. Diese Schattenwirkung kann die Pflanzen in der lichtarmen Jahreszeit besonders belasten. Auch die natürliche Erwärmung durch Sonnen- bzw. Lichteinwirkung wird mehr oder weniger gehemmt oder gänzlich unterbunden, wenn eine sehr ungünstige Lage des Kleinge-wächshauses unvermeidbar ist.

Insgesamt gelten gleiche oder ähnliche Überlegungen, wenn keine Verbindung zu einem Gebäude besteht. Die Form verändert sich. An Stelle des Pultdaches wird man das gleich hälftige – oder in Ausnahmefällen ungleichhälftige – Satteldach wählen. Es sollte in Süd-Nord-Richtung orientiert sein. Damit wird ein gleichmäßiger Lichteinfall erreicht und übermäßig starke Erwärmung in den Mittagsstunden verhindert, die bei Ost-West-Ausrichtung unvermeidlich ist.

Die Ausmaße – also Länge, Breite und Höhe – unterliegen bei Eigenbau den Wünschen bzw. Vorstellungen individueller Art. Bei Aufstellung fertiger Konstruktionen oder Verwendung genormter Einzelteile ist die Freizügigkeit gemindert. Schließlich ist die Größe der überbauten Fläche auch eine Kostenfrage sowohl in bezug auf die Baukosten wie auch auf die Ausgaben für die Heizung. Wie in den einführenden Betrachtungen bereits erwähnt, ist die Heizung für kleine, allseits freistehende Flächen problematisch, besonders aber unsicher, wenn ein strenger Winter starke Kälte mit sich bringt.

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