Das Kleingewächshaus – Teil 3

By | Juni 13, 2017

Trotzdem arbeiten Orchideenfreunde oft mit den primitivsten Einrichtungen erfolgreich, z.B. mit Kanalheizung, Petroleum- oder Katalyt-Öfen und anderen Möglichkeiten. Größte Sicherheit bietet natürlich die Warmwasserheizung; sie ist jedoch erst bei einer bestimmten Größe des Gewächshauses diskutabel. Erforderlich ist dabei auch ein Vorraum für die Aufstellung des Heizkessels, da sonst durch Rauch- und Staubeinwirkung Gefahren für die Pflanzen bestehen. Prinzipiell bestehen zwei Möglichkeiten der Bauart, die wiederum Einfluß auf die Wärmehaltung wie auf das gesamte Gewächshausklima haben. Früher waren auch im Erwerbsgartenbau die sogenannten Erdhäuser mit niedriger Umfassungsmauer üblich, der die Dachfläche unmittelbar ohne Stehwände aufgesetzt ist. Die Beetflächen sind ebenerdig, der Mittelgang ist vertieft in den Boden gelegt, und die Heizrohre laufen an der Mauer entlang. Die Luftfeuchtigkeit ist in einem solchen Erdhaus sehr günstig, vorteilhaft auch die Wärmehaltung. Diese Bauart bringt hervorragende Erfolge bei kühl-feucht zu haltenden Orchideen: Paphiopedilum, Odontoglossum, Lycaste, Masdevallia u. a.

Die heute bevorzugte Richtung ist gekennzeichnet durch niedrigen Mauersockel mit aufgesetzten Stehwänden und ebenerdigem Mittelgang. Der Innenausbau besteht aus Tischen mit Plattenbelag aus feuchtigkeitsbeständigem Material, eventuell auch Lattenrosten. Ein solches Glashaus ist heller und luftiger, kühlt allerdings im Winter stärker aus. Die natürliche Luftfeuchtigkeit ist geringer als im Erdhaus, läßt sich jedoch durch Feuchthalten der Bodenflächen steigern. Günstig gedeihen hierin alle Orchideen mit hohem Lichtbedarf: Cattleya, Dendrobium, Vanda u.a. Angebracht ist bei einem solchen Haustyp die doppelte Verglasung der Seiten- und Dachflächen, wodurch ein sehr günstiges Gewächshausklima entsteht. Die Luftschicht zwischen den beiden Glasflächen isoliert die Wärme ebenso wie die Luftfeuchte. Die auskühlende Wirkung von Wind wird stark gemindert. Eine Ersparnis an Heizkosten amortisiert die höheren Aufwendungen im Bau sehr bald.

Einem Gewächshaus gleichzusetzen ist eine allseits verglaste Veranda, wenn auch die Dachfläche aus Glas oder einem lichtdurchlässigen Material besteht. Dies ist natürlich nicht unabdingbare Forderung. Das Licht reicht auch aus, wenn die seitlichen Glasflächen groß genug sind. Viel Glas bedingt in der kalten Jahreszeit jedoch eine relativ starke Auskühlung, der nur durch genügend hohe Heizkapazität entgegenzuwirken ist. Allerdings entfällt weitgehend der Einfluß der Bodenkälte, welche für allseits freistehende kleine Räume sehr gefährlich werden kann. Für die Beheizung kommt fast ausschließlich nur der Anschluß an die Warmwasserheizung in Betracht – sofern vorhanden!

Zu dieser Kategorie der Unterbringungsmöglichkeiten sind auch allseits verglaste Balkons zu rechnen. Die Förderung der Entwicklung ist gegenüber ausschließlicher Zimmerpflege wesentlich günstiger, besonders in der warmen Jahreszeit. Beide Räumlichkeiten – Wintergarten und verglaster Balkon – sind günstig für die Überwinterung kühl zu haltender Arten, die mit geringsten Temperaturen bei gleichzeitiger Trockenheit auskommen.

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