Das Pflanzenfenster – Teil 3

By | Juni 13, 2017

Geschlossene Pflanzenfenster erfordern in der kalten Jahreszeit eine zusätzliche Erwärmung, die in verschiedener Art erzielt werden kann. Ideal ist es, Heizkörper der Zentralheizung einzubeziehen. Der von ihnen aufsteigende Luftstrom muß jedoch so abgeschirmt werden, daß er die Pflanzen nicht unmittelbar trifft und zu stark austrocknet. Andere Möglichkeiten der Beheizung bieten Heizkabel verschiedener Konstruktion und unterschiedlicher Ausmaße oder Eigenkonstruktionen verschiedenster Art. Für einen sehr kleinen Luftraum genügt eventuell auch die Erwärmung durch normale Glühlampen. Infrarotlampen scheiden aus, da sich bei ihnen nur die vom Licht getroffenen Objekte erwärmen, nicht aber der Luftraum.

Die Heizeinrichtungen können manuell nach Kontrolle des Thermometers reguliert oder aber durch Thermostat automatisch gesteuert werden. Voraussetzung bei technischer Überwachung ist jedoch unbedingt sicheres Funktionieren, weil sonst Schäden an den Pflanzen durch Über- oder Untertemperaturen entstehen können. Bei großen Pflanzenfenstern, Vitrinen und im Gewächshaus ist die Temperaturdifferenz innerhalb der Höhe des Raumes zu berücksichtigen. Das Kontrollthermometer sollte also etwa in Höhe der obersten Pflanzen angebracht sein. Besser noch ist der Einbau eines zweiten Thermometers im unteren Teil. Man wird Temperaturunterschiede in gewissen Grenzen ermitteln und sie den Anforderungen der Pflanzen entsprechend ausnützen.

Mindestens in den lichtärmeren Monaten ist eine zusätzliche Belichtung der Pflanzen erforderlich, um die zu geringe Intensität des Tageslichtes auszugleichen. Aber auch aus rein ästhetischen Erwägungen kann die Installation von Lichtquellen als Steigerung der dekorativen Wirkung eines Pflanzenfensters vorgenommen werden. Allerdings sind beide Gründe nur schwer zu ansprechender Wirkung vereinbar. Zur Förderung des Wachstums muß die Lichtquelle möglichst nahe der Pflanze sein. Infolge der ganz geringen Wärmeentwicklung von Leuchtstoffröhren besteht die Gefahr von Verbrennungen nicht, nur die Schauwirkung wird beeinträchtigt, da die reine Zweckmäßigkeit allzu deutlich hervortritt. Der Wunsch, ein Pflanzenfenster oder eine Vitrine zum beherrschenden Raumschmuck werden zu lassen, erfordert eine möglichst gleichmäßige Ausleuchtung der Fläche. Um beide vorgenannten Forderungen zu erfüllen, müssen je nach Größe mehrere Leuchtstoffröhren oben und seitlich installiert werden. Sie sind möglichst blendungsfrei anzubringen, was unschwer zu erreichen ist. Der zeitliche Einsatz richtet sich nach den örtlichen Verhältnissen und der Jahreszeit. Eine Belichtungsdauer von 6 bis 10 Stunden täglich ist in der gärtnerischen Praxis üblich. Eventuelle Überschreitungen – sofern sie in tragbaren Grenzen bleiben – sind keinesfalls für die Pflanzen gefährlich, wenn die erforderliche Nachtruhe garantiert ist. Normale Glühlampen sind billig anzuschaffen und zu installieren. Gegenüber Leuchtstoffröhren mit durchschnittlich 7500 Brennstunden beträgt aber ihre Lebensdauer nur etwa 1000 bei höherem Stromverbrauch und geringerer Wirkung. Die Ausleuchtung größerer Flächen ist schwieriger zu erreichen als mit stabförmigen Leuchtstoffröhren; auch ist die Wärmeentwicklung zu bedenken. Sie kann sich beim Einsatz vieler Lampen auf beschränktem Raum negativ für die Pflanzen auswirken.

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