Der Aufbau aller Orchideenblüten ähnelt dem vieler anderer einkeimblättriger Pflanzen

By | Mai 23, 2017

Der Aufbau aller Orchideenblüten ähnelt dem vieler anderer einkeimblättriger Pflanzen, hier als Beispiel angenommen die Tulpe. Bei ihr umschließt eine Blütenhülle – bestehend aus drei äußeren und drei inneren Blütenblättern – die übrigen Organe. Dies sind drei äußere und drei innere Staubblätter und der wiederum aus drei Fruchtblättern bestehende Fruchtknoten. Das nebenstehende Diagramm verdeutlicht den Aufbau im Schema.

Dieser Grundplan ist bei den Orchideenblüten typisch in einer Form verändert, wie sie bei anderen Pflanzenfamilien nicht vorkommt. Die drei äußeren Blätter der Blütenhülle – als Sepalen oder Kelchblätter bezeichnet – unterscheiden sich meist in der Form, oft auch in der Farbe von den inneren. Von diesen sind die zwei seitlichen einander gleich, man bezeichnet sie als Petalen oder Blüten – bzw. Kronblätter. Das dritte weicht fast stets in Größe, Gestalt und Färbung ab und trägt die Bezeichnung Labellum oder Lippe. Dieses Labellum ist in der Regel auffallend und vielgestaltig ausgebildet – wie z.B. bei Cattleya; es kann aber auch unscheinbar und klein sein, ohne besondere Farbwirkung. Weitgehend sind gegenüber anderen Blüten die inneren Organe verändert. Meist sind fünf Staubblätter völlig verkümmert bzw. nicht ausgebildet, nur ein einziges des äußeren Kreises ist voll entwickelt und trägt den Blütenstaub. Gegenüber der üblichen Art steht es nicht frei, sondern ist mit den Griffeln zu einem einheitlichen Ganzen, der Säule, verwachsen. Auf dieser Säule oder Columna sitzt oben der Staubbeutel. Er wird durch einen sterilen Narbenlappen von der darunterliegenden Narbe getrennt.

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