Die Feuchtigkeit – Teil 1

By | Juni 16, 2017

Prinzipiell sind zwei Begriffe zu unterscheiden: die Feuchte der Luft und die Feuchte des Bodens, bei Orchideen also des Pflanzstoffes.

Die Luftfeuchtigkeit ist ein wesentlicher Faktor allgemein für die Pflege der tropischen Pflanzen im Zimmer, insbesondere natürlich für Orchideen. Sie ist schwieriger zu schaffen als etwa zusagende Licht- oder Temperaturverhältnisse. Indes hat sich erwiesen, daß viele Orchideen bei etwa 50% Luftfeuchtigkeit zusagende Bedingungen finden. Zu berücksichtigen sind bei der Zimmerpflege zwei verschiedene Perioden. In den Monaten, wo keine Heizung erforderlich ist, wird die Luftfeuchte vom Klima beeinflußt; sie richtet sich also weitgehend nach den äußeren Bedingungen. Dabei wird man die Feststellung treffen, daß bei schönem, trockenem Wetter im Zimmer etwa 50%, bei trüber, feuchter Witterung 60 bis 80% Luftfeuchtigkeit vorhanden sind. Diese Werte reichen für die Pflege vieler Arten völlig aus. Sobald die Heizperiode beginnt, wird der Einfluß der äußeren Witterungsverhältnisse – also hier der Luftfeuchte – weitgehend ausgeschaltet; die Bedingungen werden für die Pflanzen ungünstiger. Durch Aufstellen von wassergefüllten Schalen läßt sich die Luftfeuchtigkeit bis zu einem gewissen Grad erhöhen, ohne daß Möbel u. a. Schaden nehmen.

Wiederum ist die Abhängigkeit von den anderen Wachstumsfaktoren offenkundig. Zunehmendes Licht und steigende Temperatur – also sonniges, warmes Wetter – bedingen eine Erhöhung der Luftfeuchtigkeit, während umgekehrt trübes, kühles Wetter keine Steigerung der Luftfeuchte erfordert oder sie sogar verbietet. Ihre Regulierung im Pflanzenfenster oder im Gewächshaus erfolgt durch Versprühen oder Vernebeln von Wasser, bis der gewünschte Sättigungsgrad der Luft erreicht ist. Es ist im allgemeinen erforderlich, die Luftfeuchtigkeit nachts niedriger zu halten als am Tage. Diese Maßnahme steht im Gegensatz zu der hohen nächtlichen Luftfeuchtigkeit in den Tropen, welche jedoch von ständiger Luftbewegung begleitet ist, die hier nicht zu schaffen ist, mindestens nicht in der Form wie in der Natur. Allgemein gilt die Regel, daß man am späten Nachmittag oder abends die Pflanzen nicht spritzen soll. Diese Meinung ist umstritten; manche Pfleger haben mit der gegenteiligen Methode gute Erfolge. Da das Spritzen zu einer Erhöhung der Luftfeuchtigkeit führt, dürften dann die Nachttemperaturen nicht unter die Tagestemperaturen absinken. Ist es trotzdem der Fall, steigert man die Luftfeuchtigkeit noch mehr, da nach einem physikalischen Gesetz mit sinkender Temperatur die Luftfeuchtigkeit steigt. Sie vermindert sich bei starker Sonneneinwirkung und erhöhter Temperatur. Damit dürfte das Wechselspiel zwischen Licht, Temperatur und Luftfeuchtigkeit hinreichend erläutert sein.

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