Die Feuchtigkeit – Teil 3

By | Juni 16, 2017

Die Härte des Wassers wird bestimmt durch die in ihm gelösten Salze des Calciums und Magnesiums. Sie ist durch die Bodenbeschaffenheit beeinflußt. In Gebieten mit einem Untergrund von wasserundurchlässigen oder wasserunlöslichen Gesteinen – wie Quarzgestein, Sandstein, kristallinem Schiefer und ähnlichen Formationen -wird das Brunnen- und Quellwasser, ähnlich dem Regenwasser, weich sein. Das Gegenteil ist dort anzutreffen, wo im Boden wasserlösliche Mineralien Vorkommen; die beeinflussen Grund-und Oberflächenwasser zu mehr oder weniger großer Härte. Diese zu bestimmen ist oft recht schwierig; in größeren Städten werden die Wasserwerke Auskunft geben. Es ist üblich, die Härte in Zahlen auszudrücken; sie wird in „Deutschen Härtegraden“ angegeben = °dH. Man sollte kein Wasser für die Orchideenpflege verwenden, dessen Wert über 4°dH liegt. Wie man sich geeignetes Wasser beschafft, sei daher angeführt.

Am günstigsten ist die Verwendung von Regenwasser, ausgenommen in Gegenden, wo es durch große Industrieanlagen zu stärkerer Verschmutzung der Luft und der Auffangflächen kommt. Die Auswaschungen aus der Atmosphäre, die das Regenwasser enthält, ermöglichen überhaupt erst die Existenz der Orchideen am heimatlichen Standort. Vergegenwärtigen wir uns doch einmal, was in dem Luftraum, den der fallende Regen durchmißt, enthalten ist. Der atmosphärische Staub enthält mineralische Bestandteile des Erdbodens, Gesteins- und Holzpartikelchen, Pollenkömer und andere pflanzliche Teile, Spaltpilze, Exkremente u.a., was durch Stürme von der Erde aufgewirbelt, durch den Regen zu ihr zurückkommt. Es ist eine Anreicherung von Stoffen, die der Ernährung der Pflanzen auf natürliche Weise entsprechen. Sie verändern allerdings auch den ph-Wert, der für Regenwasser je nach Ort und Jahreszeit verschieden sein kann. Er sollte gelegentlich gemessen werden. Dies geschieht durch Indikatorpapier, welches – in das Wasser eingetaucht und anschließend mit der mitgelieferten Farbskala verglichen – ein müheloses Ablesen des angezeigten Wertes ermöglicht. Geringe Schwankungen sind ohne Bedeutung, da ein Spielraum von ph 5-7 im Bereich des tragbaren steht. Auf dem Wege zur Erde wird der Regen mit Luft gesättigt. Sie enthält etwa 78% Stickstoff, 21% Sauerstoff, 0,03% Kohlendioxyd und Spuren von Ammoniak, Ozon, Jod u. a. Stoffen. Bei der Vorratshaltung von Regenwasser auf längere Zeit entfällt der Sauerstoff, dem man neuerdings hohe Bedeutung für das Gedeihen der Pflanzen beimißt. Sauerstoff ist stetig an das Pflanzensubstrat heranzuführen, sowohl durch ausreichende Frischluftzirkulation als auch durch sauerstoffhaltiges Wasser. Damit fördern wir die Entwicklung von Mikro-Organismen, die den Zerfall organischer Körper in einfachere, für Pflanzenwurzeln aufnehmbare Verbindungen bewirken. Diese Aerobakterien benötigen zu ihrer Existenz viel Sauerstoff. Bei dauernd zu hoher Feuchtigkeit des Pflanzenstoffes und Sauerstoffmangel erfolgt die Zersetzung des Pflanzstoffes durch anaerobe Bakterien, die ohne Sauerstoff leben, sehr viel rascher. Das führt zu einer Verdichtung des Materials, die den ebenfalls sehr sauerstoffbedürftigen Wurzeln der epiphytischen Orchideen abträglich ist und sie absterben läßt. Es ist natürlich unmöglich, ständig frisches – d.h. sauerstoffhaltiges -Regenwasser zur Verfügung zu haben. Man kann abgestandenes jedoch mit einem Aquarien-durchlüfter wieder mit Sauerstoff anreichern; eine Möglichkeit, die empfehlenswert ist. Eine andere Methode besteht darin, den Pflanzstoff vor neuen Wassergaben austrocknen zu lassen und die notwendige Feuchtigkeit den Pflanzen unter Druckverstäubung oder Vernebelung in häufiger Wiederholung zuzuführen.

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