Die Feuchtigkeit – Teil 4

By | Juni 16, 2017

Durch unvorteilhaftes Gießwasser oder unsachgemäße Düngung wird der im Normalzustand anfänglich sauer reagierende Pflanzstoff häufig basisch. Dies äußert sich in Moos- und Blaualgenbildung; die Pflanzen bekommen trotz bester Pflege gelbe Blätter. Diesem Zustand kann man entgegenwirken, wenn in der Vegetationsperiode wöchentlich oder vierzehntägig mit einer Phosphatlösung 1:1000 gegossen wird. Ist der Alkalinitätsgrad schon zu hoch angestiegen, so ist ein Verpflanzen unbedingt nötig. Der Wurzelballen sollte vorher mit lauwarmem Wasser gründlich ausgewaschen werden, damit möglichst viele schädliche Stoffe herausspülen.

Teich-, Bach- oder Flußwasser bedarf vor der Verwendung einer Prüfung auf pH-Wert und Härtegrad. Grundbedingung ist die Sicherheit, daß es keine chemischen Verunreinigungen aus industriellen Anlagen enthält. Auf Grund des eingangs Gesagten ist mit gewisser Wahrscheinlichkeit dort mit günstigen Härtegraden des Oberflächenwassers zu rechnen, wo der Untergrund aus wasserundurchlässigen oder wasserunlöslichen Gesteinen besteht. In solchen Gebieten ist auch das Quell- und Brunnenwasser weich, u.U. dem Regenwasser fast gleich.

Wenn nur Wasser mit einem zu hohen Härtegrad verfügbar ist, muß es auf chemischem Wege enthärtet werden. Ausführliche Anleitungen können hier nicht erfolgen, da die handelsüblichen Geräte wie auch die Eigenschaften der Ionenaustauscher verschieden sind. Das Prinzip ist jedoch das gleiche. Fein granulierte Kunstharze, die sogenannten Ionenaustauscher, binden bei dem Durchgang von hartem Wasser seine Mineralsalze bzw. tauschen sie aus, so daß ein Endprodukt entsteht, dessen Reinheit dem destillierten Wasser nahekommt. Nach dem Durchgang einer bestimmten Menge zu entsalzenden Wassers sind die Ionenaustauscher zu regenerieren, was durch geeignete Chemikalien erfolgt. Der Arbeitsaufwand ist relativ gering, die Kosten ebenfalls. Eine ausschließliche und dauernde Verwendung solchen des-ionisierten Wassers ist nicht ratsam, da jegliche Nährstoffe fehlen. Sie sind in Form anorganischen Düngers entsprechend den im Abschnitt „Die Ernährung“ gegebenen Richtlinien dem Wasser vor seiner Verwendung beizufügen. Bestimmend sind die Art der Pflanzen, ihr Alter und Entwicklungszustand, der Standort und die Jahreszeit. Die Verwendung des-ionisierten Wassers bietet insofern einen Vorteil, weil durch seine Reinheit die Zugabe von Nährstoffen in Art und Menge genau auf die Bedürfnisse der Pflanzen abgestimmt werden kann.

Die Temperatur des Gieß- bzw. Spritzwassers ist von gewisser Bedeutung. Eine alte Gärtnerregel besagt, daß das Gieß wasser etwa die Temperatur der Luft haben soll. Man sollte sich ungefähr danach richten. Geringe Differenzen spielen keine Rolle. Große Temperaturunterschiede, wie sie etwa beim Spritzen stark besonnter Pflanzen mit kaltem Wasser entstehen können, sind ihnen abträglich. Entstehende Schäden werden u.U. gar nicht direkt sichtbar oder erst nach längerer Zeit.

1 Laelia pumila var. praestans; 2 Dendrobium devonianum; 3 Cattleya citrina; 4 C. bowringiana

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