Die Insekten werden durch verschiedene Mittel angelockt

By | Mai 23, 2017

Die Insekten werden durch verschiedene Mittel angelockt. Neben Nektar wird ihnen Nährgewebe anderer Art geboten. Ferner dienen der oft überstarke Duft dazu und natürlich ganz besonders die meist sehr auffallenden Farben der Blüten oder einzelner Teile derselben. Eines dieser genannten Lockmittel ist auf jeden Fall vertreten und wirksam. Duftausscheidungen der Blüten sind abgestimmt auf die Flugzeit des bestäubenden Insektes. Die beispielsweise bei manchen Oncidium-Arten gegenüber den übrigen Blütenteilen übergroße, meist sattgelbe Lippe ist als leuchtendes Signal für Insektenaugen unverkennbar deutlich gestaltet. Viele weitere Beispiele ließen sich anführen, um die oft raffiniert erscheinende Ausstattung der Pflanze zu dokumentieren, durch welche die zur Erhaltung der Art unbedingt erforderliche Bestäubung und nachfolgende Befruchtung gesichert werden soll. Dabei drängt sich die Frage auf, ob nicht ein geringerer Aufwand von Mitteln zum gleichen Ergebnis führen könnte, wie es bei Blüten üblicher Art der Fall ist. Ob durch den komplizierten Blütenbau eine Selbstbestäubung verhindert oder die Nachkommenschaft in gewissem Umfang beschränkt werden soll, mag dahingestellt sein.

In der geöffneten Blüte ist der Fruchtknoten zunächst nicht sichtbar, wie es bei der Tulpe als schon erwähntes Beispiel der Fall ist. Bei der Orchideenblüte ist er im Stiel vorgebildet, zunächst allerdings ohne Samenanlagen, die sich erst nach erfolgter Bestäubung entwickeln. Dann wachsen die Pollenschläuche langsam durch die Säule in den Fruchtknoten ein. Die Befruchtung erfolgt um Wochen oder Monate später, obgleich die Blüte oft schon Stunden oder wenige Tage nach der erfolgten Bestäubung welkt. Die Blütenhülle wird aber erst nach längerer Zeit vom Fruchtknoten abgestoßen oder verbleibt an der Frucht bis zu ihrer Reife. Infolge des langfristigen Befruchtungsvorganges brauchen Orchideenfrüchte allein schon eine relativ lange Zeit zum Ausreifen. Abgesehen von der klimatisch bedingten kurzen Reifezeit einheimischer Orchideen brauchen Dendrobium und Phalaenopsis die kürzeste Zeit von etwa 4 Monaten, Cattleya und Paphiopedilum etwa 10-12 Monate und Vanda 15 Monate.

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