Die Meristemkultur

By | August 17, 2017

Technik der Methode

An der am sichersten und leichtesten durchzuführenden Meristemvermehrung von Cymbidium sollen nachfolgend die erforderlichen Maßnahmen dargestellt werden.

Als Ausgangsmaterial dienen die neuentstehenden Triebe von erwachsenen Pflanzen oder von Rückbulben. Die Länge des Triebes soll etwa 8-10 cm betragen. In einem möglichst keimfreien Raum entfernt man auf steriler Unterlage zunächst die äußersten Blätter bis das erste ruhende-Auge sichtbar wird. Es wird wie die nächstfolgenden freigelegten mit einem kleinen, sehr scharfem Skalpeil aus dem Vegetationskegel herausgeschnitten und sofort auf vorbereitetes Nährmedium übertragen. Sofern die Luft völlig ruhig und das Objekt trocken bleibt, ist eine Desinfizierung nicht erforderlich. Andernfalls ist ein Eintauchen der isolierten Augen für einige Sekunden in 75% Äthylalkohol erforderlich. Die verbleibende Spitze des Vegetationskegels wird von eventuell verbliebenen Blättern befreit, in einer Stärke von etwa 2 mm abgeschnitten und wie die anderen Gewebsteile übertragen.

Als Nährmedium sind die für die Aufzucht aus Samen angewandten Rezepte brauchbar, speziell der Nährboden nach Knudson III oder ähnlichen Varianten. Die in der üblichen Art (siehe: Generative Vermehrung!) vorbereiteten und verschlossenen Reagenzgläser werden bei konstanter Temperatur von +22° und mindestens 12 Stunden Licht gehalten. In einem Zeitraum von einigen Wochen vergrößern sich die Gewebsteile, ergrünen und werden zu kleinen kugelförmigen Gebilden, den sogenannten Protocormen. An ihrer Peripherie werden Rhizoide gebildet, welche die selbständige Wasseraufnahme ermöglichen, später entwickeln sich Wurzeln und Blätter. Häufig teilt sich das Protocorm fortlaufend weiter. Durch Teilung dieser Klumpen ist die hohe Vermehrungsquote möglich, da sich der Vorgang nach jeder Teilung wiederholt. Er wird wesentlich gefördert, wenn die Reagenzgläser nach erfolgter Beschickung auf einer Apparatur in dauernder Bewegung gehalten werden, um die Polarisation aufzuheben. Etwa 2 Umdrehungen in der Minute genügen. Die Bewegung ist bei Cymbidiumvermehrung nicht unbedingt nötig, bei allen anderen bisher mit dieser Methode erfolgreich vermehrten Orchideen jedoch Bedingung.

Sobald eine Teilung der Protocorme nicht mehr durchgeführt wird, bilden sie Wurzeln und Blätter. Mit der Erreichung eines gewissen Umfanges der jungen Pflanzen ist eine Übertragung auf normales Pikiersubstrat vorzunehmen. Die Weiterbehandlung ist dann die gleiche wie bei der Sämlingsaufzucht angegeben.

Voraussetzung für Erfolge ist eine vollkommen sterile Arbeitsweise. Die vorstehend in knappen Worten gegebene Darstellung der Methode gibt einen annähernden Begriff der Schwierigkeit, welche bei Cattleya noch gesteigert ist. Bei diesen liegen die Ergebnisse nur bis etwa 50% gegenüber Cymbidium.

Abschließend ist festzustellen, daß die Meristemvermehrung eine ideale Sicherung erzielter züchterischer Erfolge darstellt. Eine Steigerung bedeutet sie jedoch nicht. Diese bleibt weiterhin einer planmäßig gelenkten Züchtung Vorbehalten.

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