Die Umwelt – Teil 1

By | Mai 26, 2017

Im Abschnitt über die Verbreitung sind schon teilweise Umweltbedingungen erwähnt worden. Sie sind für die Pflanzen von größter Bedeutung; denn sie sind die gestaltenden Faktoren des Lebens. Aus ihnen heraus wurden in einer nie endenden Evolution die Pflanzen zu ihrer Erscheinungsform gestaltet und gelenkt. Ihre Weiterentwicklung auf weite Zeiträume ahnen wir nicht, nur daß eine solche besteht, wissen wir aus bestimmten Anzeichen mit Sicherheit.

Welche Umweltbedingungen spielen eine besondere Rolle für die Existenz der Pflanze? Wesentlich bestimmend ist die geographische Breite des Standortes. Sie steht unter dem Einfluß des Sonnenstandes, ist also ein astronomischer Begriff. Zwischen Äquator und Pol werden drei Zonen unterschieden: die warme, die gemäßigte und die kalte Zone. Die kalte oder Polarzone bleibt außer Betracht.

1. Die warme oder tropische Zone zwischen den Wendekreisen hat hohen Sonnenstand, die Unterschiede in den Tageslängen sowie zwischen Sonnen- und Schattenseite sind wenig ausgeprägt oder nicht vorhanden, die Temperaturunterschiede zwischen den Jahreszeiten sind relativ gering.

2. Die gemäßigte Zone der Nord- und Südhalbkugel zwischen Wendekreis und Polarkreis hat deutlich ausgeprägte Temperaturunterschiede zwischen den einzelnen Jahreszeiten und recht unterschiedliche Tageslängen. Daraus geht hervor, daß Licht und Temperatur in erster Linie bestimmend für das Klima sind, welches seinerseits maßgeblich die Umweltbedingungen gestaltet. Der Begriff Klima umfaßt die Gesamtheit der Faktoren Licht, Temperatur und Feuchtigkeit, weitgehend differenziert und beeinflußt durch die atmosphärische Zirkulation.

Die Hauptverbreitungsgebiete tropischer und subtropischer Orchideen sind folgende:

Asien: Ceylon und Vorderindien, die Hochgebirge (Himalaja) von Darjeeling bis Assam und Burma, die malaiische Halbinsel mit Indonesien, die Philippinen, China und Japan.

Afrika: Westliches tropisches Afrika, östliches tropisches Afrika, westliches außertropisches und östliches außertropisches Afrika.

Amerika: Zentralamerika, Westindien, tropisches Südamerika, andines tropisches Amerika. Innerhalb dieser Gebiete sind die Klimaverhältnisse natürlich sehr stark differenziert. Einzelheiten können hier nicht dargelegt werden. Wesentlich ist die Gleichmäßigkeit der Temperatur und Luftfeuchtigkeit in immerfeuchten Gebieten, die Schwankungen zwischen Tag und Nacht liegen in geringen Grenzen. Demgegenüber sind periodisch feuchte Gebiete maßgeblich beeinflußt durch eine Trockenzeit von mehr oder weniger langer Dauer. Die Orchideen dieser Vegetationszone sind zur Überwindung der Trockenperiode mit besonders derben Blättern ausgestattet oder werfen diese ab. Die Arten der immerfeuchten Gebiete bedürfen solcher Schutzmaßnahmen nicht; sie wachsen fast ohne nennenswerte Unterbrechung weiter.

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