Die Umwelt – Teil 3

By | Mai 26, 2017

Die vielseitigen Bindungen zur Gesamtvegetation sind offenkundig. Nachfolgend soll eine kurze Übersicht über die wichtigsten Vegetationsformen gegeben werden, in deren Bereich Orchideen leben.

1. Das tropische Regenwaldklima. Wichtigste Kennzeichen: dauernde Wärme, Jahresmittel über 18°, mindestens ein Monat mit überdurchschnittlicher Regenhöhe, jährliche Regenmenge etwa 2/3 Meter oder mehr, keine Kälteruhe im pflanzlichen Leben, aber im Klima periodische Trockenruhe, jedoch nicht stark ausgeprägt. Zwischen dem wärmsten und kühlsten Monat bestehen nur Schwankungen von 1-6°. Auswirkung auf die Vegetation: Bildung immergrüner, hochwachsender Urwälder oder längs der Flüsse in trockeneren Gebieten Galeriewälder; beide begünstigen infolge hoher Luftfeuchtigkeit die Bildung einer reichen Epiphytenflora. Beiderseits des Äquators erweitert sich nach Norden und Süden dieser Regengürtel dort, wo die Passatwinde gegen Gebirge wehen. Mittlere Jahrestemperatur im Tropengürtel zwischen +24 und +30°. Der oft empfindlich spürbare Wechsel zwischen warmen und kalten Tagen der gemäßigten Zone fehlt, ebenso der Wechsel der Jahreszeiten unseres Klimas. Die Niederschläge sind in bezug auf Zeit, Menge und Raum stark differenziert. Sie sind unterschiedlich an Ost- oder Westseiten der hohen Gebirge. Die Niederschläge fallen meist zu bestimmten Tageszeiten in heftigen Güssen, entweder mit oder ohne Gewitter. Rieselregen – wie bei uns z.T. – gibt es nur selten unter bestimmten örtlichen Bedingungen.

2. Das Monsunwaldklima. Immergrüner Regenwald geht bei ausgesprochenen Trockenzeiten in regengrünen Monsunwald über. Stärkere Wechsel im Jahresklima, bedingt durch die geographische Breite. Die Baumhöhe des Monsunwaldes ist geringer, die Baumkronen sind stärker verzweigt, was einen geringeren Formenreichtum der Epiphytenflora bewirkt. Durch Bildung von Speicherorganen sind die vorkommenden Orchideenarten befähigt, die Trockenzeit ohne Schwierigkeit zu überwinden. Die Bäume sind dem Laubfall unterworfen, welcher mit Beginn der Trockenzeit einsetzt. Die Epiphyten sind damit wesentlich stärkerer Belichtung ausgesetzt, wodurch besondere Ansprüche bestimmter Arten entstehen, z.B. Vanda, Renanthera und andere.

3. Das Savannenklima. Besonderes Kennzeichen ist eine wirkliche Trockenzeit, weniger als 1000-2500 mm Regen im Jahresdurchschnitt und Temperaturunterschiede innerhalb der Monate bis 12°. Es bestehen Übergänge von Regenwäldern mit geringerer Üppigkeit an Lianen und Epiphyten bis zu Formationen mit ausgesprochenem Savannencharakter. Bestimmend für dieses Landschaftsbild sind einzelnstehende Baumgruppen, dorniges Gesträuch und die offene Grassteppe. Der Boden ist wenig fruchtbar; er besteht aus Sand oder Laterit. Die Haupttrockenzeit fällt in den Winter oder Frühling der betreffenden Hemisphäre.

Innerhalb dieser drei Formationen bestehen viele Übergänge, oft in räumlich enger begrenzten Gebieten. Die Orchideen passen sich zum größten Teil gut an, so daß sie auch unter veränderten Verhältnissen gedeihen und blühen können.

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