Die vegetative Vermehrung

By | Juli 28, 2017

Wird eine Vergrößerung des Bestandes aus eigenem Pflanzenmaterial gewünscht, so kann man vegetativ oder durch Samen vermehren. Die vegetative Vermehrung ist naheliegend und weit weniger schwierig als die Aufzucht aus Samen.

Die vegetative Vermehrung

Die bei krautartig wachsenden Pflanzen sehr ergiebige Art einer Bestandserhöhung durch Stecklinge entfällt bei Orchideen. In Betracht kommt fast allein die Teilung umfangreicherer Stücke beim Umpflanzen. In Abschnitt „Das Verpflanzen“ sind die Einzelheiten erläutert; sie seien kurz wiederholt. Den sympodial wachsenden Orchideen beläßt man bei einer Teilung 3-5 Bulben einschließlich des Leittriebes. Restlich verbleibende Bulben werden als Hinterstücke oder Rückbulben neu aufgepflanzt. Sie regenerieren sich im Laufe von 2-3 Jahren zu blühfähigen Pflanzen, sofern überhaupt Reserveaugen vorhanden sind oder waren. Der Formenkreis von Dendrobium phalaenopsis und seine Hybriden ist etwas ausgiebiger vegetativ zu vermehren, indem die Rückbulben in 10-15 cm lange Stücke geschnitten und diese in Schalen mit Sphagnum gelegt werden. Bei hoher Wärme und genügender Feuchtigkeit treiben die vorhandenen Reserveaugen aus und ergeben in relativ kurzer Zeit nach Abtrennung stelbständige junge Pflanzen.

 

Paphiopedilum bedürfen bei der Teilung besonderer Vorsicht. Größere Exemplare zerfallen meist von selbst in mehrere Stücke, wenn sie zum Umpflanzen aus dem Topf herausgenommen werden. Mittlere oder schwächere Pflanzen dürfen keinesfalls zu energisch geteilt werden, etwa dergestalt, daß sie in einzelne Triebe zerpflückt werden. Dies kann u. U. zu Totalverlusten führen. Man beläßt die Pflanzen besser ungeteilt bis zum nächsten Verpflanzen. Monopodial wachsende Orchideen sind vegetativ noch schwieriger vermehr bar; erst ältere Pflanzen eignen sich dazu. Wenn diese in etwa 20 cm Höhe über dem Pflanzstoff genügend Luftwurzeln bilden, kann man das obere einwandfrei beblätterte Stück durch einen glatten Schnitt absetzen und neu einpflanzen. Der verbliebene untere Teil treibt nach einigen Monaten neu aus; die Triebe kräftigen sich im Laufe von 2-3 Jahren zur Blühreife. Diese Vermehrungsart ist möglich bei Vanda, Renanthera, Aerides, Angraecum und ähnlich wachsenden Gattungen. Bei Phalaenopsis ist jedoch größte Vorsicht erforderlich; erst sehr alte Stücke lassen sich auf diese Weise trennen und ergeben dann für beide Teile ein befriedigendes Weiterwachsen.

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