Die Verbreitung – Teil 1

By | Mai 25, 2017

Die Mehrzahl der Orchideen siedeln sich als Epiphyten in den Laubkronen der Bäume an. Sie kommen vorwiegend in den Tropen vor. Terrestrische Orchideen wachsen direkt aus dem Erdboden. Sie sind vorwiegend auf gemäßigte Zonen beschränkt.

Die Verbreitung

Die Familie der Orchideen ist eine der umfangreichsten der Pflanzenwelt und fast über die ganze Erde verbreitet, jedoch nicht gleichmäßig. Man verzeichnet sporadisches Vorkommen wie auch die Häufung von Gattungen bzw. Arten in manchen Gebieten und eine Zusammenballung größten Ausmaßes in den beiden Zentren, dem subtropisch-tropisch amerikanischen und dem entsprechenden asiatischen Kreis. In diesen Gebieten sind nach einer Schätzung etwa vier Fünftel zu finden gegenüber einem Fünftel in den gemäßigten Zonen. Dies bedeutet, daß die Artenzahl mit zunehmender Entfernung vom Tropengürtel abnimmt. Sie erschöpft sich damit jedoch nicht, denn selbst in der subarktischen Zone sind Arten feststellbar. Hier und in den gemäßigten Zonen findet man nur terrestrisch wachsende Orchideen, also Erdbewohner. Es sind mehrjährige Pflanzen, in denen das Klima den strengen Wechsel von Ruheperiode – mit dem Einziehen der oberirdischen Pflanzenteile – und Vegetationszeit bedingt. Mit zunehmender Annäherung an den Tropengürtel verringert sich die Zahl der erdbewohnenden Orchideen, und in den warmen Zonen sind die baum- und felsbewohnenden Arten vorherrschend oder allein bestimmend. Man bezeichnet sie als Epiphyten, Gewächse, die auf den Stämmen und Ästen der Bäume leben, ohne der Wirtspflanze Nahrung zu entziehen. Es sind also keine Schmarotzer.

Das Klima ist in mancherlei Hinsicht bestimmend für die Existenz der Epiphyten. Ihre Verbreitung wird geregelt durch die Temperatur, mehr aber durch die Höhe der Niederschläge und der Luftfeuchtigkeit, welche die Bilanzierung des Wasserhaushaltes als wichtigsten Faktor garantieren müssen. Man findet demzufolge die meisten Epiphyten in Gebieten, wo reichliche Niederschläge über das ganze Jahr verteilt sind. Dies ist in einem Gürtel von etwa 24 Breitengraden beiderseits des Äquators gegeben. Allerdings entfällt fast die Hälfte des Festlandes dieses Gürtels auf ausgesprochene Trockengebiete. In diesen riesigen Arealen der Wüsten und Halbwüsten von vier Kontinenten können Orchideen und insbesondere Epiphyten nicht gedeihen. Ihr Vorkommen ist konzentriert auf Landstriche, wo die Passat-und Monsunwinde – aufsteigend an Gebirgszügen – ihre Feuchtigkeitsmassen abgeben. Am üppigsten und artenreichsten wachsen die Orchideen in den Nebelwäldem, Gebieten höchster pflanzlicher Konzentration, wo die Feuchtigkeit in feinster Verteilung allgegenwärtig alles überzieht. Jedoch wirkt dann die Temperatur, mit zunehmender Höhe absinkend, wiederum regelnd auf die Existenz der Epiphyten ein. Es gibt aber auch hier Außenseiter. In den Anden von Kolumbien bis Peru – direkt am äquatorialen Tropengürtel gelegen – gibt es Orchideenarten, die in Höhen bis 4200 m als oberste Begrenzung insgesamt für die Familie zu finden sind. Ähnliche Beispiele in etwas geringerer Höhenlage gibt es mehrere in Süd- und Mittelamerika. In Asien wiederholt es sich im Himalajagebiet mit einer Begrenzung nach oben bis 2600 m Höhe für eine Dendrobium-Art. Bei etwa 2000 bis 2400 m wächst die bekannte Coelogyne cristata. Diese verminderte Begrenzung in der Höhe erklärt sich aus der bedeutend größeren Entfernung zum Äquator gegenüber dem südamerikanischen Beispiel.

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