Die Wachstumsfaktoren – Das Licht – Teil 2

By | Juni 16, 2017

Licht beeinflußt das Wachstum unmittelbar, und zwar hemmt es das Streckungswachstum. Stark belichtete Pflanzen haben wesentlich verringerte Ausmaße gegenüber solchen, die im Schatten gewachsen sind. An der Farbe der Blätter und Bulben erkennt man Lichtmangel und Lichtüberfluß. Weiche, dunkelgrüne Pflanzenteile entstehen bei zu geringer Belichtung. Zu starke Lichteinwirkung ergibt oft eine rötliche Färbung der Blätter. Der gesamte Habitus der Pflanze wird vom Licht gestaltet; kurzer, gestauchter Wuchs entsteht bei starker Belichtung und weicher, lockerer, im Extrem geiler Wuchs bei starkem Mangel an Licht.

Es drängt sich hier unmittelbar die Frage auf, woran die Lichtansprüche einer Orchidee wie auch anderer Pflanzen erkennbar sind. Der Orchideenfreund wird ratlos sein, wenn er – angenommen – eine Art besitzt, deren Namen er nicht kennt, wofür er also auch keinen Rat in der Literatur finden kann. Im Abschnitt „Die Umwelt“ wird daraufhingewiesen, daß das Äußere der Pflanze gewisse Anhaltspunkte gibt. Allgemein kann man sagen, daß bei halbschattigem Standort grobe Fehler vermieden werden. Bei der Beschreibung der Gattungen und Arten ist ihr Lichtbedarf als Anhaltspunkt erwähnt. Ein großer Teil von Orchideenfreunden wird zweifellos Befriedigung darin finden, aus eigener Beobachtung das erforderliche oder zuträgliche Maß an Licht bei der Pflege selbst zu finden. Die Wissenschaft hat ungefähre Meßwerte ermittelt. In der Literatur werden etwa 6400 bis 32000 Lux als bestgeeignet für Orchideen angegeben. Das ist ein weiter Spielraum. Nicht jeder hat die Möglichkeit, entsprechende Messungen vorzunehmen. Generell kann man die Werte nicht festlegen. Andere Umweltfaktoren – wie Temperatur, Feuchtigkeit und Luftbewegung – beeinflussen den tragbaren Grad der Belichtung wesentlich, so daß die eigene Erfahrung ausschlaggebend ist.

Auch die Jahreszeiten erfordern entsprechende Berücksichtigung. Gegen die erste Frühlingssonne, die bei reiner Luft oft sehr intensiv sein kann, sind die Pflanzen meist besonders empfindlich, weil sie nach monatelangem Lichtmangel nicht auf plötzlichen Überfluß eingestellt sind. Während der warmen Jahreszeit ist ausreichende Beschattung – besonders während der lichtintensivsten Tageszeit – fast selbstverständlich. Man mindert ab etwa Ende August differenziert nach den unterschiedlichen Lichtansprüchen der Gattungen und Arten den Schatten, um den Triebabschluß und die Knospenbildung zu fördern. Ab Mitte bis Ende September erscheint jeglicher künstlicher Schatten entbehrlich. Man hüte sich jedoch vor sonnenreichen Tagen, die in diesem Zeitraum bis Mitte Oktober noch denkbar sind. Schäden an den Pflanzen infolge zu starker Erwärmung bei ungedämpfter Sonneneinwirkung können sehr schmerzlich für den Besitzer sein. Naturschatten durch Laubbäume reguliert sich fast selbst. In der lichtarmen Jahreszeit sind die Bäume unbelaubt, die Blattentwicklung und der Laubfall entsprechen der Notwendigkeit einer Beschattung weitgehend. Jedoch kann die Sonneneinwirkung vor Beginn des Austriebes der Blätter zu stark sein kann.

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