Die Wachstumsfaktoren – Die Temperatur – Teil 2

By | Juni 16, 2017

Insgesamt sind jedoch die angegebenen Temperaturen nur Durchschnittswerte. Es ist beispielsweise unvermeidlich, daß an heißen Sommertagen die Temperatur trotz allen Mühens höher steigt, was auch von kühl oder temperiert zu haltenden Orchideen schadlos überstanden wird, wenn es kein Dauerzustand ist. Ebenso werden Warmhaus-Orchideen das Absinken der Temperatur in kalten Winternächten auf +12 bis + 15°C ohne Schaden vertragen, besonders dann, wenn wenig Feuchtigkeit vorhanden ist. Gefährlicher für die Pflanzen wird es, wenn sich ein ungünstiger Temperaturverlauf häufig wiederholt oder die Werte plötzlich extrem gegensätzlich liegen.

Bei der Beschreibung der Gattungen und Arten sind die Temperaturansprüche besonders genannt. Die Pflanzen sind in relativ hohem Maße anpassungsfähig; man mute ihnen jedoch nicht zuviel zu. Häufig werden sie in wohlgemeinter Absicht zu warm gehalten. Geschieht dies fortgesetzt über längere Zeiträume, so wird das Gegenteil erreicht; die Pflanzen werden kleiner anstatt größer. Bei anhaltend zu niedrigen Temperaturen entwickeln sich wärmebedürftige Pflanzen nicht recht, auch wenn alle anderen Wachstumsfaktoren optimal sind. Aus den genannten Temperaturbereichen geht hervor, daß die Temperatur nachts niedriger sein soll. Zu hohe Nachttemperaturen schaden der Pflanze; ihre Funktionen sollen auf jeden Fall nachts gemindert sein.

Jungpflanzen werden stets um einige Grade wärmer gehalten, damit sie sich zügig entwickeln; aber auch hier sind Übertreibungen unzuträglich.

Bei der Pflege von Orchideen in bewohnten Räumen wird die Temperatur immer in gewissen Grenzen dem menschlichen Wohlbefinden angeglichen werden. Sie unterliegt ständig einer Kontrolle, und es werden schon gefühlsmäßig rechtzeitig Vorkehrungen getroffen, um zu große Extreme zu vermeiden. Anders verhält es sich bei freistehenden Gewächshäusern, besonders dann, wenn eine plötzliche Wetterverschlechterung Temperaturstürze hervorruft. Für solche Fälle und für die Übergangszeiten bewährt sich der Einbau einer elektrischen Heizung, die ei ne rasche Temperaturregelung ermöglicht. Bei der Steuerung über einen Thermostat entfällt die persönliche Wartung weitgehend.

1 Gongora galeata; 2 Dendrobium devonianum; 3 Odontoglossum rossii; 4 Oncidium concolor

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