Orchideen Cattleya

By | September 18, 2017

Cattleya

Infolge ihrer schönen Blüten zählen die Cattleya zu den bekanntesten und beliebtesten Orchideen. Die Pflege ist unter bestimmten Voraussetzungen nicht schwierig. In erster Linie ist in der Vegetationsperiode Luftfeuchtigkeit erforderlich. Die Haltung im Zimmer entfällt damit. Wenn auch gelegentlich Erfolge erzielt werden. Die Unterbringung im geschlossenen Pflanzenfenster oder unter gewächshausähnlichen Bedingungen ist nötig. Ausschlaggebend ist die Einhaltung der Ruhezeit und die völlige Ausnutzung der Wachstumszeit. Betrachtet man die Einflüsse der Wachstumsfaktoren, so ergibt sich im Jahresverlauf etwa folgendes Bild:

Licht: März-April leichter Schatten, Mai-August Halbschatten, September leichter Schatten, Oktober-Januar volles Licht.

Temperatur: März-Mai warm, Juni-September temperiert, viel Luft, Oktober bis Februar temperiert, keine Lüftung.

Feuchtigkeit: März-September gleichmäßig feucht, jedoch keine stagnierende Nässe, viel spritzen. September-Oktober mäßig feucht, November-Februar mäßig trocken, jedoch Vorsicht vor dem Schrumpfen der Pseudobulben und Blätter.

Diese Angaben sind auf erwachsene, blühfähige Pflanzen bezogen, die in völlig einwandfreiem Zustand sind. Schwache oder wurzelkranke Exemplare vertragen keine extremen Verhältnisse. Jungpflanzen brauchen bis zum Eintritt der Blühreife stets gleichmäßige Feuchtigkeit, etwas höhere Temperaturen und stärkeren Schutz vor unmittelbarer Sonneneinwirkung von März bis September.

Unterschiedlich sind die Auffassungen über den Zeitpunkt des Umpflanzens. Nach alter Tradition soll es im Mai, ausnahmsweise ab Mitte April geschehen. Äußere Merkmale sind der Beginn neuen Wurzelwachstums und der Triebbeginn. Beides ist aber schon oft Ende Februar-Anfang März der Fall; man sollte dann nicht zögern und diese für die Pflanze oft oder meist recht einschneidende Maßnahme möglichst bald vornehmen. Die fortschrittliche Meinung geht dahin, das Umpflanzen vor Beginn der Triebentwicklung durchzuführen. Die unvermeidliche Störung wird damit gemindert.

Junge Pflanzen topft man alljährlich um. Mit Eintritt der Blühfähigkeit ist dies nur alle zwei Jahre nötig.

Rezepturen für Pflanzstoffe gibt es genügend. Man vergleiche den Abschnitt „Die Pflanzstoffe“. Die Standardmischung 1 und die Variationen 2 a-2c sind sämtliche für Cattleya geeignet, versuchsweise 2d.

Die Technik des Verpflanzens ist in dem entsprechenden Abschnitt eingehend erläutert und braucht deshalb hier nicht nochmals detailliert erörtert zu werden. Gleiches gilt für die Weiterbehandlung.

David Sander empfiehlt in seinem Buch „Orchids and their cultivation“ für Cattleya folgende Temperaturen: nächtliche Mindesttemperatur +17°C, tagsüber +18 bis + 21 °C; in den Frühlingsmonaten nachts +18°C, tagsüber +21-24°C. MitHerbst-beginn nachts + 16°C; zur Zeit der Reife der Pflanzen genügen + 12-15°C.

Gelbe Cattleya, wie C. dowiana und die daraus gezüchteten Hybriden bedürfen stets einer etwas höheren Temperatur; als Minimum ist +18°C anzunehmen.

Die wichtigsten Arten

Cattleya aclandiae, III/T. Brasilien. Pseudobulben 5-8 cm lang, zweiblättrig. Sepalen und Petalen 5 cm lang, gelbgrün mit großen purpurbraunen Flecken, Lippe purpurrot mit goldgelbem Schlundfleck. 6-7. 2e.

C. bowringiana, II/T. Britisch-Honduras. Starkwachsend, Pseudobulben bis 60 cm hoch, zweiblättrig. Blütenstand bis 15blütig, Blüten 8 cm breit, rosa bis purpurviolett. 9-11.

C. citrina, III/K, viel Licht. Mexiko, 2000-2500 m ü.d.M. Pseudobulben eiförmig, nach unten wachsend, Blätter schmal, graugrün, silbrig bereift, bis 20 cm lang. Blüten zitronengelb, duftend. Blütezeit: Frühjahr. 2e. R.: etwa +12°C, trocken, hell.

C. dowiana, III/W. Costa Rica. Pseudobulben spindelförmig, bis 30 cm hoch, einblättrig. Blütenstand 2-5blütig, nankinggelb, unterseits rötlich, Lippe purpurviolett mit goldgelben Adern. 7-9. Die Varietät C. dowiana var. aurea aus Kolumbien hat stärkere goldgelbe Lippenzeichnung, Petalen und Sepalen sind ohne rötliche Unterseite. 7-9.

C. guttata, II/T, viel Licht. Brasilien. Pseudobulben bis 80 cm hoch, schlank, 2blättrig; Blütenstand vielblütig, Blüten bis 10 cm breit, grün, rot punktiert, Lippe violett mit weiß. 10-11.

C. harrisoniae, II/T, viel Licht. Brasilien. Pseudobulben bis 40 cm hoch, schlank, zweiblättrig. Blüten etwa 10 cm breit, hellila, Lippe dunkler mit gelblichem Schlund. 7-10.

C. intermedia, II/T. Brasilien. Pseudobulben etwa 30-40 cm hoch, dünn, zweiblättrig. Blüten etwa 12 cm breit, hellila, Lippe purpurn. 5-6.

C. labiata, II/T. Brasilien. Pseudobulben spindelförmig, 25-30 cm hoch, einblättrig. Blätter bis 25 cm lang, derb. Blüten hell- bis dunkellila, Lippe purpurn, Schlund gelb. 9-11.

C. mossiae, II/T. Venezuela. Habitus wie C. labiata. Blüten bis 18 cm breit, hellila, Lippe dunkler, Schlund goldgelb, variabel. 5-6.

C. skinneri, II/T. Guatemala. Pseudobulben etwa 30 cm hoch, zweiblättrig. Blütenstand vielblütig. Blüten etwa 10 cm breit, hell- bis dunkellila, Lippe purpurn mit gelbem Schlund. 3-5.

C. trianae, II/T. Kolumbien. Habitus wie C. labiata. Blüten bis 18 cm breit, hellila, Lippe purpurn, Rand gewellt, Schlund orangegelb. 12-2.

C. warscewiczii, II/T. Kolumbien. Habitus wie C. labiata, etwas stärkerwachsend. Blüten bis 20 cm breit, hell-lila, Lippe purpurn mit zwei großen gelben Schlundflecken. 7-8.

Die wichtigsten Gattungsbastarde

Brassocattleya = Cattleya x Brassavola oder umgekehrt, stark wachsend, nur mäßig warm halten; bei zu hoher Temperatur überwächst zu früher Durchtrieb die Knospenbildung. Blüten meist groß, ansehnlich, z.T. mit stark gefranster großer Lippe. T.

Brassolaeliocattleya = Brassavola x Laelia x Cattleya oder umgekehrt. Etwa wie Brassocattleya, T; gelb W/T.

Laeliocattleya = Laelia x Cattleya oder umgekehrt. Wüchsig und ohne andere Ansprüche als die Eltern. Alle Farbtöne von Weiß, Gelb, Lila bis Rötlich und Rot: T; gelb W.

Sophrocattleya = Cattleya x Sophronitis oder umgekehrt. Ihre Pflege ist etwas schwieriger, z. T. ist der Wuchs schwächer und die Blühwilligkeit gemindert. Diese Nachteile werden durch die besondere Schönheit mancher Züchtungen ausgeglichen. Gleiches gilt für

Sophrolaeliocattleya = Sophronitis x Laelia x Cattleya und umgekehrt. T/W.

Rolfeara vereint Brassavola x Cattleya x Sophronitis. T/W.

Potinara ist die Bezeichnung der Kombinationen Brassavola x Cattleya x Laelia x Sophronitis. T.

Die Zahl weiterer Gattunsgbastarde mit Cattleya als einem Elternteil ist beträchtlich und nimmt ständig zu. Ihre Pflege ist oft nicht einfach, da die Pflanzen unter dem Einfluß mehr oder weniger gegensätzlicher Erbanlagen von den Eltern her besondere Ansprüche stellen, die man erst erkennen oder erfühlen muß.

 

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