PFLEGEMASSNAHMEN Der Entwicklungsrhythmus – Teil 2

By | Juni 14, 2017

Unserem Winter sind die Trockenperioden der Tropen und Subtropen gleichzusetzen. Wie überdauern die dort lebenden Pflanzen diese Zeit? Ihre Speicherorgane in Form der Sproßknollen und Bulben enthalten Reservestoffe in ausreichendem Maße, um die Pflanze existenzfähig zu erhalten. Der Tau, der sich nachts oft stark bildet, wird durch die Luftwurzeln aufgenommen, u.U. sogar direkt durch die Blätter; das Existenzminimum ist damit gesichert.

Die Temperaturen liegen niedriger als in der Regenzeit, so daß mit der Kombination kühl und trocken die Funktionen weitgehend gehemmt, aber nicht gänzlich unterbunden sind. Die Ruheperiode zeigt damit ein gegensätzliches Bild. Sie beginnt in der Regel mit .zunehmendem Ausreifen der Jahrestriebe. Die meisten tropisch-subtropischen Orchideen haben sich auf unseren Klimaverlauf orientiert und beenden im Spätsommer oder Frühherbst ihr Wachstum. Mit völliger Ausbildung der Pseudobulben, bei manchen Arten auch schon früher, mindert man die Luftfeuchtigkeit und schränkt das Gießen oder häufige Spritzen ein. Diese Überleitung darf jedoch nicht plötzlich, sondern nur allmählich – auf Wochen verteilt – erfolgen. Eine Ausnahme machen alle Pflanzen, die unmittelbar oder kurz nach Ausbildung des Jahrestriebes blühen. Sie sind bei genügend Licht und ausreichender Lüftung bis zum Erblühen und weiter bis zum Abblühen gleichbleibend feucht zu halten. Erst dann setzt die Ruhezeit ein. Liegt die Blütezeit in den Wintermonaten oder im Frühjahr, so ruhen die Pflanzen nach Beendigung und völligem Ausreifen des Jahrestriebes bis zum Sichtbarwerden der Knospen. Von diesem Zeitpunkt an erhalten sie normale Feuchtigkeit bis zum Abblühen, dann ruhen sie nochmals bis zum Beginn des Neutriebes.

1 Konstruktion eines Aluminium-Gewächshauses; 2 Dasselbe verglast und mit Pflanzen besetzt.

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