Wie aber kommt man zu Erfolgen? – Teil 4

By | Mai 30, 2017

Durch die bei der Teilung entstehenden sogenannten Rückbulben oder Hinterstücke (siehe: Vegetative Vermehrung) läßt sich der Bestand auf relativ billige Weise erhöhen. Man muß nur Geduld aufbringen, zwei oder drei Jahre warten können, bis sich aus den Reserveaugen solcher Rückbulben eine neue Pflanze entwickelt hat. Besonders intensives Eingehen auf die Bedürfnisse führt gerade hier oft zu überraschenden Ergebnissen.

Der Erwerb im Aufblühen begriffener oder blühender Pflanzen kann zu Enttäuschungen führen. Ihre Überleitung in veränderte Umweltbedingungen kann eine Schockwirkung auf die Pflanze ausüben. Sie reagiert darauf durch verringerte Haltbarkeit der Blüten, oder in der Entwicklung weit vorgeschrittene Knospen öffnen sich nicht, sie werden gelb und fallen ab. Schließlich können auch Blütenknospen im ersten Stadium des Sichtbarwerdens in der Weiterentwicklung stagnieren und absterben. Wohlgemerkt können diese Erscheinungen ein-treten, müssen es aber nicht in jedem Fall. Die Ursache ist meist in verringertem Lichteinfluß gegenüber dem vorherigen Standort zu suchen. Mögliche Fehlerquellen sind auch zu hohe oder zu niedrige Temperaturen, verminderte Luftfeuchtigkeit oder starke Trockenheit des Substrates – insgesamt eine einschneidende Veränderung gegenüber den bisherigen Standortbedingungen. Der Wunsch, Pflanzen in dem Stadium zu erwerben, in dem man seine Pfleglinge einmal als höchstes Ziel zu sehen wünscht, ist durchaus begreiflich. Bei einer Überleitung in Zimmerpflege bestehen – wie erörtert – jedoch Bedenken, weniger aber bei einem Übergang in Pflanzenfenster oder Vitrinen. Fast kein Risiko ist zu erwarten bei Übernahme in ein Gewächshaus von mehr oder weniger großem Umfang. Insgesamt aber ist es unbedenklich, knospige oder blühende Pflanzen zu kaufen, wenn genügend Licht verfügbar ist.

Auf jeden Fall sicher ist es Pflanzen zu kaufen, die noch ruhend oder im Beginn des Neutriebes sind. Sie können sich an die neuen Umweltbedingungen sehr viel leichter anpassen und in sie hineinwachsen. Die Knospenentwicklung wird dann sicherer sein, vorausgesetzt natürlich, daß die Bedingungen hierzu vorhanden sind, beziehungsweise die Pflanze überhaupt in blühfähigem Alter ist. Der erfahrene Pfleger wird auch die Gelegenheit, Jungpflanzen kaufen zu können, ausnutzen, um mit geringen Mitteln seine Sammlung zu vergrößern. Die dann auf Jahre ausgedehnte Entwicklungszeit bis zu blühfähiger Größe muß allerdings in Kauf genommen werden. Über die Pflege ist im Abschnitt „Generative Vermehrung“ Näheres nachzulesen. So kann man seltenere Arten oder Variationen erwerben, die als erwachsene Pflanzen relativ teuer sein können. Beim Erscheinen der ersten Blüten von gekauften Jungpflanzen neuer Hybriden erlebt man die Hoffnung und Erwartung des Züchters mit und ist eingegliedert in eine schöpferische Entwicklung, wie sie die Arbeit des Züchters unzweifelhaft darstellt.

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