Orchidee Epidendrum Secundum

By | Mai 17, 2017

Orchidee Epidendrum Secundum

Das in Kolumbien Höhenlagen von 1800 m bewohnende Epidendrum secundum ist Angehöriger eines der artenreichsten Orchideengeschlechter. Seine Vettern, deren Zahl man auf 750 bis 800 schätzt, haben das Gebiet zwischen Paraguay und Südcarolina besiedelt. Im Norden ihres Areals wartet die Gattung mit einer Pionierleistung auf, gilt doch das in den Buchen-Magnolien-Mischwäldern des südöstlichen Nordamerikas verbreitete E. conopseum als die nördlichste epiphytische Orchidee des Kontinents. Schon im Namen der Gattung kommt ihre epiphytische Lebensweise zum Ausdruck (griech. epi, auf; dendron, Baum). Unter den Epidendren gibt es aber auch Arten, wie z.B. E. cochleatum, die nicht nur auf Bäumen anzutreffen sind, sondern auch mit Felsen als Siedlungsplatz vorlieb nehmen.

Finden wir bei E. cochleatum – wie uns der Artname verrät – ein kochlöffelförmiges, also völlig ungeteiltes Labellum vor, so weist das von E. secundum eine Differenzierung in rundlich zerschlitzte Mittel- und Seitenlappen auf Am intensivsten ist die Aufgliederung der Lippe bei dem ebenfalls häufig kultivierten E. ciliare ausgeprägt.

Der aufmerksame Betrachter wird erstaunt sein, bei einigen Epiden-drum-Arten – besonders auffällig bei E. cochleatum – anstelle des gewöhnlich herabhängenden ein aufrechtstehendes Labellum anzutreffen. Diese Erscheinung, die uns auch bei anderen Sippen, wie z.B. beim Kohlrösel (Nigritella), Widerbart (Epipogium) sowie bei Odontoglossum pulchellum und Xylobium elongatum begegnet, läßt sich dadurch erklären, daß hier die für die meisten Orchideen typische Resupination unterbleibt. Darunter versteht man eine Drehung des Fruchtknotens bzw. des Blütenstiels während des Knospenstadiums um 180 Grad, so daß dann die entfaltete Blüte gewissermaßen auf dem Kopf steht und somit die Lippe nach unten Das Phänomen der Resupination konnte auch für einige andere Familien nachgewiesen werden.

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