Orchidee Laelia rubescens

By | Juni 2, 2017

Orchidee Laelia rubescens

Unsere Laelia rubescens liebt die Abwechslung; diese wird ihr in den mittelamerikanischen Savannen geboten, wo auf die feuchtere Jahreszeit eine Periode der Trockenheit folgt. In der Zeit der Vegetationsruhe, wenn das Laub der Bäume und Sträucher erstirbt und ringsum alles verdorrt, wirft sich die anmutige Orchidee in ihren Flitterstaat und belebt mit ihren weißen bis violettrosafarbenen Blüten das eintönige Bild der in Lethargie versinkenden Landschaft.

Bei der Entfaltung eines solchen Luxus kommt ihr das während der niederschlagsreichen Zeit in den Bulben gespeicherte Wasser zustatten. Diesen 4 bis fern großen Sproßknollen entwächst neben einem einzelnen, länglichen Blatt die bis 25 cm hohe, 5 bis 9 Blüten tragende Infloreszenz.

Wohnrecht hat sich Laelia rubescens auf dem Kalebassenbaum (Crescentia alata sowie C. cujetc – Bignoniengewächse, Bignoniaceae), dem Charaktergehölz dieser Savanne, erworben, dessen Bestände sie oft in Massen bevölkert. Die Wirtspflanzen unserer Laelia sind übrigens dadurch bekannt geworden, daß man in den Tropen aus der harten Schale ihrer großen runden Früchte, die aus stammbürtigen Blüten hervorgehen, Löffel und Gefäße herstellt. Gelegentlich nimmt auf den Kalebassenbäumen neben Laelia rubescens auch die „Flötenspielerin“ unter den Orchideen Platz; Schomburgkia tibicinis (lat. tibicina, Flötenspielerin).

Wenn sich der Wind in ihren bis 30 cm langen, hohlen, am Grunde mit einem Loch versehenen Bulben verfängt, dann erzeugt er auf dieser „Orchideenflöte“ absonderliche Töne. Das mag wohl auch die Eingeborenen dazu bewogen haben, sich aus diesen Pflanzenteilen Musikinstrumente anzufertigen.

Erwähnt sei noch, daß die musikalische Nachbarin unserer Laelia in ihren Bulben als Untermieter große Ameisen beherbergt.

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