Orchidee Maxillaria picta

By | Juni 2, 2017

Orchidee Maxillaria picta

Als in grauer Vorzeit die Orchideen den Liliaceen bzw. deren Vorfahren entwuchsen, sonderte sich von jenen auch eine zweite Pflanzengruppe, die Zingiberales (Ingwergewächse, Bananengewächse und Blumenrohrgewächse), ab, die in mancherlei Merkmalen eine recht gleichsinnige Entwicklung genommen hat (Ausbildung einer Lippe, damit Übergang zur Dorsiventralität; Verminderung der Staubblattzahl). Ist es da verwunderlich, wenn die Natur uns einmal zum Narren hält, indem sie zwei Vertreter dieser beiden Linien einander gewissermaßen im Zwillingsgewande gegenüberstellt?

Vergleichen wir doch einmal nebenstehende Tafel mit der Abbildung 8 des Anhangs! Auf den ersten Blick könnte man die Blüte auf dem Schwarzweißfoto für eine Maxillaria halten. Lassen wir uns nicht täuschen: Orchidantha maxillarioides ist keine Orchidee! Sie gehört zu den Bananengewächsen, zu den Musaceen – und doch ähnelt sie rein äußerlich den Maxillarien mehr, als das beispielsweise von Frauenschuh-Arten oder der Gattung Gongora gesagt werden kann. Dieser so verblüffenden Ähnlichkeit trägt auch der Name unserer Musaceen-Sippe Rechnung: Orchidantha maxillarioides bedeutet soviel wie maxillarienartige Orchideenblüte.

Während nun dieses kleine Bananengewächs vor der Ostküste der Halbinsel Malakka auf der Insel Pulau Tawar vorkommt, ist die hier dargestellte Maxillaria picta eine Eingeborene Brasiliens. Sie soll dort vor allem in den feuchten Küstenwäldern der Süd- und Südoststaaten verbreitet sein.

Die duftenden Blüten, die sich wegen ihrer Haltbarkeit gut als Knopflochblumen eignen, entfalten sich in den ersten vier Monaten des Jahres. Wenn sie im Durchmesser auch nicht größer als 6 cm werden, so wird doch dieser Mangel durch ihre oft stattliche Anzahl – man Zählte schon über 150 Blüten an einer Pflanze – wieder wettgemacht.

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