Orchideen Ansellia Africana

By | Mai 16, 2017

Orchideen Ansellia Africana

Nicht den Blüten der Orchideen in ihrer mannigfachen Abwandlung wollen wir diesmal unser Interesse zuwenden, sondern den Teilen der Pflanze, die am Hervorbringen dieser Farbenpracht so entscheidend beteiligt sind: den Wurzeln. Dabei verdienen die der Aufsitzer und Kletterpflanzen besondere Beachtung, da sie in Bau und Funktion erheblich vom Normaltypus abweichen.

So sind die frei in den Raum ragenden Wurzeln der epiphytischen Orchideen mit einer besonderen Wurzelhülle (Velamen) umgeben, einem Mantel aus abgestorbenen, luftgefüllten, mit feinen Poren versehenen Zellen, der nach Art eines Löschblattes das Niederschlagswasser aufzusaugen vermag. Im trockenen Zustand als silbrige Hülle erscheinend, läßt das Velamen bei Durchfeuchtung das Chlorophyll der Rinde durchschimmern.

Das Vorhandensein von Blattgrün in den Wurzeln deutet darauf hin, daß diese einen Teil der Photosynthese der Pflanze bestreiten.

Zu ausschließlichen Assimilationsorganen bei gleichzeitiger Verkümmerung von Sproß und Blättern wurden die Wurzeln bei Taenio-phyllum, dem sogenannten Band„blatt“ – ein Kuriosum, das im Pflanzenreich, abgesehen von wenigen anderen Orchiden, nur noch bei den in tropischen Wasserfällen vorkommenden Podostemonaceen (Rosales) anzutreffen ist.

Eine „sinnreiche Erfindung“ zur Meisterung des Lebens zwischen Himmel und Erde sind die Nestwurzeln mancher Orchideen, die auch unsere aus Westafrika stammende Ansellia africana besitzt. In einem von senkrecht aufstrebenden Wurzeln gebildeten „Nest“ sammeln sich herabfallende Blätter und Holzstückchen, die zu Humus verrotten.

Mit sproßbürtigen, rankenden Kletterwurzeln befestigt die Vanille, eine Liane unter den Orchideen, ihre schlanken, meterlangen Triebe an der Stützpflanze. Darüber hinaus schickt sie von oben lange Luftwurzeln zum Boden hinab, die als Nährwurzeln fungieren.

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