Orchideen Brassavola perrinii

By | Mai 19, 2017

Orchideen Brassavola perrinii

Die Epiphyten unter den Orchideen sind in vielen Fällen ausgezeichnete „Experten der Wasserbevorratung“, verstehen sie es doch, unter den Bedingungen einer gestörten Wasserbilanz, die sich zwangsläufig an bodenfernen Standorten ergibt, ihr Leben erfolgreich zu meistern. Ihre hohen physiologischen Leistungen beruhen im wesentlichen auf der Fähigkeit, durch Ausbildung einer dicken, die Körperoberfläche überziehenden Wachsschicht und Verkleinerung der Blattspreiten (oft bis hin zur stielrunden und drahtigen Form, siehe nebenstehende Brassavola) die Transpiration erheblich einzuschränken sowie durch Entwicklung eines Speichergewebes in Blatt und Stengel stör frei gegenüber tages- und jahreszeitlich bedingter Trockenheit zu sein. Darüber hinaus haben aber gewisse epiphytische Orchideen ebenso wie die Kakteen und Dickblattgewächse in Anpassung an ihre Umwelt noch einen interessanten Mechanismus zur Transpirationsminderung entwickelt, den de Saussure-Effekt bzw. den diurnalen Säurerhythmus, eine Erscheinung, die bei ausgesprochen sukkulenten Typen, nicht aber bei normal ausgebildeten Pflanzen auf tritt. In der Regel führt die Pflanze die gesamte Photosynthese tagsüber aus, d.h. sie nimmt durch ihre geweiteten Spaltöffnungen Kohlendioxyd auf, das sie unter Anwesenheit von Sonnenlicht als Energiequelle und Chlorophyll als Energietransformator zu Traubenzucker verarbeitet. Die Kohlendioxydaufnahme muß die Pflanze aber im allgemeinen mit einem erheblichen Wasserverlust bezahlen.

Die epiphytische Orchidee dagegen schränkt diesen Wasserverlust auf ein Minimum ein, indem sie tagsüber die „Luken“ dicht macht, dafür aber nachts dem CO2 freien Eintritt gewährt. Da während der Nacht das Fehlen eines Energielieferanten die Photosynthese ausschließt, wird Kohlendioxyd an eine organische Verbindung angelagert, so daß Äpfelsäure entsteht. Tagsüber wird nun das CO2 wieder von der Äpfelsäure abgespalten und kann jetzt – allerdings bei geschlossenen Pforten – in Kohlehydrate umgewandelt werden.

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