Orchideen Bulbophyllum barbigerum

By | Juni 1, 2017

Orchideen Bulbophyllum barbigerum

Während die meisten Orchideen in traditioneller Weise – also ausschließlich mit Farbe, Form und Geruch – Reklame für ihre Art betreiben, bedient sich unser westafrikanisches Bulbophyllum barbigerum noch einer zusätzlichen Form der Sichtwerbung: das Bewegungselement spielt hier eine große Rolle. So wird das Labellum dieser Art, ähnlich wie bei ihren Gattungsgenossen, schon beim zartesten Hauch in schaukelnde, wackelnde Bewegung versetzt. Aber damit nicht genug – auch die auf der Lippenspitze sitzenden Keulenhaare, deren bärtiges Aussehen bei der Namensgebung der Art Pate gestanden hat (lat. barbigerum, barttragend), geraten dabei in Schwingung.

Ähnlich sich verhaltende Haare kann man an der gelegentlich in Botanischen Gärten kultivierten Frerea indica beobachten. Diese sukkulente Sippe gehört den Seidenpflanzengewächsen an, einer Familie, die unter den zweikeimblättrigen Pflanzen in der Kompliziertheit ihres Bestäubungsmechanismus ein Pendant zu den Orchidaceen darstellt. So treten hier ebenfalls die Staubblätter oft mit dem Fruchtknoten zu einem Säulchen zusammen. Desgleichen ist der Blütenstaub eines Staubbeutels häufig zu zwei Pollenpaketen, den Pollinien, vereint. Jedoch werden bei den Seidenpflanzengewächsen die Pollenpakete vom Insekt nicht mit dem Kopf, sondern mit den Extremitäten aus ihren Fächern gezogen.

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