Orchideen Cirrhopetalum makoyanum

By | Mai 23, 2017

Orchideen Cirrhopetalum makoyanum

Die Cirrhopetalutn-, Bulbophyllum- und Megaclinium -Verwandtschaft beherbergt Arten mit wahrhaft phantastischen Blütenständen. Haben wir in der Infloreszenz von C. longiflorum einen Fächer, in der von C.makoyanum fast ein Wagenrad-freilich ohne Felgen – vor uns, so erinnern die Blütenanhäufungen von C.medusae an einen Mädchenkopf mit langem, offenem Haar.

Der Blütenstand von Bulbophyllum saurocephalum enthält dagegen gleich in doppeltem Sinne Elemente eines urweltlich anmutenden Reptilkörpers. Insgesamt gesehen erweckt die Infloreszenz den Eindruck eines Echsenschwanzes, was darauf beruht, daß bei dieser völlig von der Orchideen-Norm abweichenden Sippe die herabhängende, unverzweigte Blütenstandsachse fleischig verdickt ist und durch die der Oberfläche eng anliegenden Blütchen auch beschuppt erscheint. Die kleinen Blüten gleichen geöffneten Mäulchen, wobei das „Zünglein“ dem Labellum, der darunterliegende „Zungenboden“ dem vereinten Sepalenpaar, der „gezähnte Oberkiefer“ dem Säulchen und der „Gaumen“ dem unpaarigen äußeren Blütenblatt entspricht.

In Megaclinium pobeguinii bewundern wir nun einen Eigenbrötler mit abgeflachter und verbreiterter Blütenstandsachse, der dieser Pflanze auch den populären Namen „Schwert von Afrika“ eintrug. Die kleinen, mit einem Wackellabellum ausgerüsteten Blüten sitzen auf der Mediane dieses am Rande stark gewellten „Schwertes“. Es ist also durchaus zutreffend, wenn Karl v. Goebel, der Vater der modernen Morphologie, in seinem Werk „Blütenbildung und Sproßgestaltung“ die Gattung Megaclinium in dem Kapitel „Raritätenkammer“ abhandelt.

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