Orchideen Coelogyne flaccida

By | Mai 25, 2017

Orchideen Coelogyne flaccida

Wir müßten wohl auf diese anmutige Orchidee aus den Bergen des Himalaja und all ihre reifenden Schwestern vernichten, wäre nicht Unscheinbares im Stillen wirksam, um diesen Kleinodien der Pflanzenwelt zu Gestalt und Vollendung zu verhelfen.

Hauchfeine Pilzfäden sind es – meist gehören sie Arten der Gattung Rhizoctonia an -, ohne deren Mithilfe die Keimung jedes Orchideensamens undenkbar wäre. Reichen die in den Samen der meisten anderen Pflanzen enthaltenen Vorratsstoffe aus, um deren Entwicklung bis hin zur eigenständigen Ernährung zu sichern, so ist der windige Orchideenkeimling zunächst ausschließlich auf den Pilz als „Nährmutter“ angewiesen. Aber auch späterhin geben viele Orchideen durch eine mehr oder minder starke Verpilzung ihrer Wurzeln erkennen, daß sie die Vorteile des Zusammenlebens mit einem Pilz zu schätzen wissen. Jedoch nicht nur im Dienste vollkommener Schönheit sind die Pilze tätig. Gerade die weniger repräsentativen Vertreter, die infolge Blattgrünmangels nicht zur Photosynthese befähigt sind, haben sich zeitlebens in völlige Abhängigkeit von ernährenden Pilzhyphen begeben. Nestwurz, Korallenwurz, Dingel und Widerbart, jene unansehnlich-bleichen oder bräunlichen Pflanzengestalten der mitteleuropäischen Wälder, bilden Beispiele für diesen Sonderfall der pflanzlichen Ernährung.

Auf recht eigenartige Weise kann sich die Stoffgewinnung der Orchidee durch den Pilz vollziehen: Von der Orchideenwurzel bzw. dem Rhizom chemotaktisch angelockt, dringen feinste Pilzfäden in deren Rindenschichten ein, wachsen in den äußeren Zellbezirken auf Kosten des Wirtes zu dichten Fadenknäueln heran, werden jedoch in tiefer gelegenen Regionen von der Pflanze verdaut. Da sie außerdem über Verbindungshyphen Stoffe aus dem Bodenmycel beziehen, erhält die Pflanze „mit den verdauten Hyphen nicht nur ihre eigenen Materialien zurück, sondern auch noch solche vom Pilz“.

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