Orchideen Gongora armeniaca

By | Mai 23, 2017

Orchideen Gongora armeniaca

Das vergangene Jahrhundert war die Periode der großen orchidologischen Entdeckungen, eine Zeit, in der handfeste junge Männer oft für Jahre den Klubsessel mit dem Pferderücken, das weiche Bett mit der Hängematte, ihre gesicherte Existenz mit einem Abenteurerleben vertauschten und auf der Suche nach Orchideen in die unberührte Wildnis vordrangen. Doch nicht allein Begeisterung, Forscherdrang und Abenteurerlust, sondern auch Geldgier trieb die Orchideenjäger hinaus in die Wälder und Gebirge des tropischen Asiens, Afrikas und Amerikas.

Hier erwartete sie Paradies und Hölle zugleich: eine üppig entwickelte, mannigfaltige Vegetation voller wundersamer Kreaturen, aber auch eine Welt der Tücken und Gefahren. Ohne Karte, sich oft mit der Machete einen Weg ins undurchdringliche Dickicht bahnend, bedroht von Schlangen, Moskitos, Giftpflanzen und Tropenkrankheiten gelangte der Sammler endlich – per aspera ad astral – zu den Schönsten der Schönen, den Orchideen. Aber auch dann war es schwierig, der hoch in den Baumwipfeln nistenden Epiphyten habhaft Zu werden. Nicht weniger anstrengend gestaltete sich der Abtransport des Sammelgutes bis hin zur nächst größeren Ortschaft.

Da trotz sorgfältiger Verpackung während der oft wochen- oder monatelangen Schiffsreise nach Europa Verluste nicht zu vermeiden waren, ist es erklärlich, daß von den Firmen, welche solch aufwendige Sammelunternehmen finanzierten, für diese exotischen Kostbarkeiten außergewöhnlich hohe Preise erhoben wurden. Diese Expeditionen waren aber nicht nur von wirtschaftlichem, sondern auch von wissenschaftlichem Interesse. Die Orchideenjäger sammelten zahlreiche neue Arten, die dann von Wissenschaftlern beschrieben und benannt wurden.

So gelangte z.B. die hier porträtierte Gongora durch den bekannten polnischen Sammler Julius v. WarszewicZ aus Mittelamerika nach Hamburg zu Reichenbach, der ihr den Namen G. armeniaca verlieh.

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