Orchideen Gongora quinquenervis

By | Mai 30, 2017

Orchideen Gongora quinquenervis

Kein anderer Teil der Orchideenblüte tritt uns in einer solchen Vielgestaltigkeit entgegen wie das Labellum.

Da gibt es jungen-, schalen-, napf-, rinnen-, trompeten- oder pantoffelförmige Gebilde, sporntragende oder spornlose Lippen, solche, deren Oberfläche mit Kämmen, Schwielen und Warten besetzt oder auch völlig glatt ist, ganzrandige Formen oder Lippen mit gefranstem, zerschlitztem oder gekräuseltem Rand.

Nur wenige der zahlreichen Abwandlungsmöglichkeiten dieses einen Blütenblattes können hier angedeutet werden.

Vom einfachen, ungeteilten Labellum führt uns der Weg zunächst zur mehr oder weniger flächig aus gebreiteten, dreilappigen Lippe (vgl. Oncidium kramerianum). Wenn man sich vorstellt, daß sich die Seitenlappen rechtwinklig aufrichten, so gelangt man zu den Verhältnissen bei der Gattung Coelogyne (vgl. C.massangeana, C.flaccida). Stoßen die Seitenlappen mit ihren oberen Rändern aneinander, dann wird aus der Rinne eine Röhre bzw. Tüte (vgl. Laelia anceps, L.crispa, Cattleya citrina). Während der röhrige Abschnitt des Labellums bei Laelia crispa verhältnismäßig kurz ist, erfaßt er z.B bei Cattleya forbesii fast die gesamte Lippe.

Ein recht außergewöhnliches, bizarres Labellum weist unsere Gongora auf. Dieses helle Blütenblatt ist deutlich in zwei Abschnitte gegliedert: das mit zwei zierlichen Hörnchen ausgestattete, zusammengefaltete Hypochil sowie den in eine Spitze auslaufenden Endabschnitt, das Epichil. Auch insgesamt gesehen weicht der Blütenauf bau von Gongora quinquenervis völlig von der Norm ab. Das lang herabhängende, schmale mittlere Sepalum, aber auch die beiden wesentlich kürzeren seitlichen Fetalen sind stellenweise mit dem keuligen, gefleckten Säulchen verwachsen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.