Orchideen Illustrationen – 17 Jahrhundert – Teil 2

By | Juni 12, 2017

Aus: Johann Theodor de Bry (1561-1623): „Florilegium renovatum et auctum“. Herausgegeben von Matthaeus Merian (1593-1650). Frankfurt a.M. 1641.Aus: Johann Theodor de Bry (1561-1623): „Florilegium renovatum et auctum“. Herausgegeben von Matthaeus Merian (1593-1650). Frankfurt a.M. 1641.
Gelegentlich muß sich ein Botaniker auch als Detektiv betätigen, nämlich dann, wenn es gilt, altertümliche Pflanzennamen zu enträtseln. Doch ist bei solch einem prächtigen Kupferstich diese kleine Knobelei besonders verlockend und reizvoll. Es sollen nun hier der Reihe nach die Arten mit ihren heute gültigen Namen vorgestellt werden.
obere Reihe:
1. Hummelragwurz – Ophrys fuciflora (CRANTZ) MOENCH
2. Stattliches Knabenkraut – Orchis mascula L.
3. Helmknabenkraut – Orchis militaris L. oder Purpurknabenkraut – Orchis purpurea HUDS.
4. Brandknabenkraut – Orchis ustulata L.
5. Rote Spitzorchis, Hundswurz – Anacamptis pyramidalis (L.) RICH.
untere Reihe:
1. Kriechender Günsel – Ajuga reptans L.
2. Geflecktes Knabenkraut – Dactylorhiza maculata (L.) SOO
3. Breitblättriges Knabenkraut (ungefleckte Form) – Dactylorhiza majalis (RCHB.) HUNT et SUMMERH.
4. Waldhyazinthe – Platanthera 5-?
Wie wir sehen, hat sich in der zweiten Reihe (1.) ein Fremdling eingeschlichen, ein Lippenblütler. Vermutlich hat die aus Ober- und Unterlippe bestehende Blüte Anlaß zu dieser Verwechslung gegeben. Ein Vergleich des Wurzelwerks der dargestellten Erdorchideen daß man bei den Knabenkräutern zwei unterschiedliche Knollenformen antrifft: rundliche bei der Gattung Orchis undfinger- bzw. handförmige bei der Gattung Dactylorhiza. Da nach der Blütezeit eins der beiden „Händchen“ vertrocknet und schwärzlich, das andere, fürs kommende fahr bestimmte, aber glatt und weiß ist, unterschied man sie im Volksmund als Teufelshand und Gotteshand.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.