Orchideen Masdevallia coccinea

By | Mai 24, 2017

Orchideen Masdevallia coccinea

Wer Masdevallien „jagen“ will, muß nach Kolumbien reisen; denn von 1293 für die Orchideenflora dieses Landes angegebenen Arten entfallen allein 117, also rund 9 Prozent, auf unsere Gattung. Soll nun die „Pirsch“ von Erfolg gekrönt sein, so darf man die Mühe nicht scheuen, bis in die nebelreichen, feuchteren Gebirgslagen vorzudringen. Der „Waidmann“ findet dort sein „Wild“, die Masdevallien, auf Bäumen, in Felsspalten oder auch auf normalem Erdreich.

Ein Blick in die lebhaft gefärbten Masdevallien-Blüten – denn wir wollen weniger dem „Abschuß“ als vielmehr dem Schauen, dem Betrachten, das Wort reden – verrät uns, daß wir hier einem Sonderling gegenüberstehen. Sind bei der Mehrzahl der Orchideen die drei Sepalen völlig frei, bei einigen von ihnen jedoch die beiden seitlichen verklebt (Cirrhopetalum) bzw. verwachsen (Paphiopedilum, Oncidium Sekt. Crispa, Palumbina), so liegt bei Masdevallia eine Verwachsung aller drei äußeren Blütenblätter vor. Ebenfalls abweichend von der Regel ist, daß bei unserer Gattung die inneren Blütenblätter gegenüber den äußeren in der Größe stark zurücktreten. Unterstrichen wird die Eigenwilligkeit dex Masdevallien-Blüte noch durch die oft schwanz-artig verlängerten Sepalenspitzen (bei M.chimaera bis zu 20 cm), die bei manchen Arten einen Moschusduft bzw. Stinkmorchelgeruch ausströmen.

Eine Masdevallia-Art, M. muscosa, besitzt ähnlich wie die australische Gattung Pterostylis eine beweglich mit dem Säulenfuß verbundene Lippe, die bei Berührung ruckartig hochschnellt und das Insekt in einem aus Säulchen, Abschnitten der Blütenhülle und Lippe gebildeten Hohlraum kurzfristig einschließt. Beim Verlassen des Gefängnisses belädt sich der Blütenbesucher mit den Pollinien.

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