Orchideen Maxillaria Porphyrostele

By | Mai 15, 2017

Orchideen Maxillaria Porphyrostele
Wir bewundern die Orchideen wegen ihrer Schönheit. Jede Blüte ist ein Kunstwerk von kompliziertem Bau.

Es lohnt sich – ja es bleibt uns eigentlich nicht erspart, wollen wir uns näher mit ihm befreunden etwas tiefer in sein Geheimnis einzudringen. Hierbei wollen wir J.W. von Goethe folgen, der in seinen morphologischen Schriften Orchideenblüte auf einfachere Formen zurückführt: „ Wer könnte die uns verargen, wenn wir die Orchideen monstrose Liliazeen nennen wollten?“

Nehmen wir eine Tulpe, eine Liliaceen – Blüte, zur Hand. Die Dreizahl bestimmt den Blütenaufbau: 6 Blütenblätter (3 äußere und – alternierend mit ihnen – 3 innere), 6 Staubblätter (genau genommen je 3 in 2 Kreisen), ein dreifächriger Fruchtknoten; Radiärsymmetrie.

Was finden wir davon bei der Orchideenblüte wieder ? Betrachten wir zu diesem Zweck nebenstehendes Bild sowie Abbildung 4 des Anhangs. Bei Angraecum sesquipedale können wir deutlich 3 äußere (Sepalen) sowie 3 innere Blütenblätter (Petalen) unterscheiden, die wie zwei dreizackige Sterne auf Lücke übereinanderliegen. Charakteristisch für die Orchideen ist es nun, daß das unterste der 3 Petalen gegenüber den 5 anderen Blütenblättern eine tiefgreifende Umgestaltung erfahren hat und zu einer Lippe, dem Labellum, geworden ist. Eine weitere Abweichung vom Grundschema der Liliißorenblüte ist der Verlust von 5 Staubblättern und die Verwachsung des übriggebliebenen mit dem Griffel zu einem Säulchen. Bei Maxillaria porphyrostele ist dieses, wie der Name schon sagt, von purpurroter bis bräunlicher Färbung. Mit den Umbildungen geht auch die Radiärsymmetrie der Blüte verloren, sie erhält eine deutlich dorsiventrale Gestalt.

Von der Tulpen- zur Orchideenblüte scheint es ein weiter, unüberbrückbarer Schritt zu sein. Jedoch haben wir in der ursprünglichen Orchidee Neuwiedea ein verbindendes Glied zwischen beiden vor uns. Sie besitzt noch 3 Staubblätter, die Dorsiventralität ist nur schwach angedeutet; auch bei der Gattung Paphiopedilum treffen wir noch 2 fruchtbare Staubblätter an.

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