Orchideen Orchis militaris

By | Mai 22, 2017

Orchideen Orchis militaris

Die europäischen Orchideen sind in großer Gefahr!
Bestürzend ist es, die Berichte über den Rückgang der Arten verfolgen.
So sind gebietsweise bereits manche Arten völlig ausgerottet, viele gelten als stark gefährdet oder vom Aussterben bedroht. Zu diesen zählt das Kleine Knabenkraut (Orchis morio), eine Pflanze mäßig feuchter bis trockener Weiden, das noch um die Jahrhundertwende in einem Teilareal als dritt- bis vierthäufigste Art 2000 Fundorte besiedelte. Um 1960 konnten nur noch 70 bis 80 Vorkommen registriert werden; inzwischen ist der Bestand bereits auf 30 Fundorte zusammengeschmolzen.

Dieser umfassende Vernichtungsprozeß breitet sich in fast allen Industriestaaten mit nahezu gleichem Tempo aus. Unwissenheit und Rücksichtslosigkeit bei der Durchführung landschafts- und biotopverändernder Maßnahmen (Straßenbau, Ausdehnung der Ortschaften, Neulandgewinnung, Entwässerung, verstärkte Einbringung natürlichen und chemischen Düngers, Einsatz von Vollherbiziden usw.) sowie der unverzeihliche Egoismus mancher Sammler und Gartenfreunde, alles selbst besitzen zu müssen, werden zum Totengräber eines der prächtigsten Pflanzengeschlechter.

Industrieller Fortschritt und Fortbestand der Orchideen schließen aber einander keinesfalls aus! Bei rechtzeitiger und sachlicher Abstimmung zwischen Wirtschafts- und Naturschutzorganen werden sich in den meisten Fällen Mittel und Wege finden lassen, der biologischen Verarmung unseres Lebensraumes bei gleichzeitiger Berücksichtigung wirtschaftlicher Interessen Einhalt zu gebieten.

Zum sehr ernsten und aktuellen Problem „Orchideen-Raub“ sei vermerkt, daß es grundsätzlich verboten ist, naturgeschützte Arten zu pflücken oder auszugraben. Das Verpflanzen der Erdorchideen vom natürlichen Standort in Gärten hat sich in der Regel als zwecklos erwiesen, weil sie in Kultur nach 1 bis 3 Jahren zugrunde gehen. Nebenstehende Farbtafel zeigt das Soldaten-Knabenkraut, der helmförmig zusammenneigenden Blütenblätter wegen auch Helmorchis genannt. Lohnt es sich nicht, auch dieses Kleinod zu schützen?

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