Orchideen Paphiopedilum philippinense

By | Mai 29, 2017

Orchideen Paphiopedilum philippinense

Fast das gesamte vorige Jahrhundert hindurch waren die Lieblinge der Gärtner, die Orchideen, zugleich auch ihre Sorgenkinder.

Galt zunächst, zu Beginn des „Orchideenzeitalters“, ihre ganze Aufmerksamkeit der Eingewöhnung und Pflege der unter großem Kostenaufwand importierten Pflanzen, so wurde aber bald auch der Wunsch wach – verstärkt durch erste 1856 geglückte Hybridisationsversuche -, eine Vermehrung dieser schönen Exoten, d.h. ihre Anzucht aus Samen, im eigenen Lande zu probieren. Doch die winzigen Orchideensamen waren auf gewöhnliche Weise einfach nicht zum Keimen zu bringen. Erst die Aussaat auf die Töpfe der Mutterpflanze oder das Hinzufügen eines Wurzelstücks brachten Erfolge; jedoch konnte eine ursächliche Erklärung dafür noch nicht gegeben werden. Schrittweise kam man der Lösung näher. Schleiden hatte zuerst die Wurzelverpilzung bei der heimischen Nestwurz entdeckt. Wahrlich berichtete 1886 über das Vorkommen von Pilzen in den Wurzeln verschiedener Orchideen.

Aber erst der französische Forscher Noel Bernard konnte das Wesen der rätselhaften Orchideenkeimung klären, als er zu Beginn unseres Jahrhunderts experimentell den Nachweis erbrachte, daß Orchideensamen nur nach erfolgter Infizierung durch einen bestimmten Pilz keimen. Die bahnbrechende Entdeckung Bernards sowie die umfassenden Arbeiten des Würzburger Botanikers Burgeff über Orchideenpilze erschlossen neue Möglichkeiten für die gärtnerische Praxis: man verwendete pilzinfizierte Substrate zur Anzucht.

Von weittragender Bedeutung waren auch die Forschungsergebnisse des Amerikaners Knudson, dem es gelang, Orchideenjungpflanzen aus Samen ohne Mitwirkung eines Pilzes auf entsprechend zusammengesetzten sterilen Nährböden heranzuziehen.

Eine geradezu revolutionierende Methode der vegetativen Vermehrung der Orchideen machte in jüngster Zeit von sich reden: die von dem Pariser Pflanzenphysiologen G. Morel entwickelte Meristemkultur.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.