Orchideen Vanda Coerulea

By | Mai 15, 2017

Orchideen Vanda Coerulea

Auf Hawaii ist es Sitte, die Gäste bei Ankunft und Abreise, sei es auf dem Flugplatz oder am Pier, mit einer Orchideenblütenkette zu schmücken. Für einen Europäer, der gewohnt ist, in den Blumengeschäften seiner Heimat für eine einzelne Orchideen blüte recht beachtliche Preise zu zahlen, sicherlich ein unvergeßlicher Augenblick. Verläßt nun der Reisende Hawaii per Schiff, so wirft er zum Abschied in der Gegend des Diamond-head, einem steil ins Meer abfallenden Felskegel, seine Blütenkette über Bord – voll sehnsüchtiger Hoffnung, daß sie zurück ans Ufer geschwemmt werden möge; denn das würde ihm ein Wiedersehen mit diesen Trauminseln verheißen. Original-hawaiische Blumenketten, „Leis“ genannt, werden aus prächtigen Vanda-Blüten gebunden. Der paradiesische Blütensegen, der hierfür benötigt wird, entfaltet sich in den großen heimischen Orchideenfarmen. Schließlich dürften ja die Hawaii-Inseln und Singapur die Hauptproduzenten von Vanda-Schnittblumen sein.

Das Areal der etwa 45 Arten umfassenden Gattung Vanda reicht von Vorderindien bis nach Neuguinea. Die in den Vorgebirgen des Himalajas, in den Khasia-Mountains, in Burma und im nördlichen Thailand verbreitete Vanda coerulea bevorzugt Berglagen zwischen 1000 und 1300 m und siedelt vorwiegend auf niedrigen, spärlich belaubten Eichbäumen. Ihr Standort ist relativ kühl, luftfeucht und windbewegt; in Bodennähe kann sich in kalten Nächten sogar Rauhreif bilden, der aber kurz nach Sonnenaufgang wieder verschwindet. Vanda coerulea wurde von dem in Indien als Arzt tätigen, aus der englischen Grafschaft Surrey gebürtigen William Griffith 1837 auf Gordonia-Bäumen (Teegewächse, Theaceae) in Eichen- und Kiefernwäldern des Khasiagebirges entdeckt und 1847 beschrieben. Durch den Sammler Thomas Lobb gelangte diese Art nach England, wo sie zum Ergötzen der britischen Gartenbauprominenz erstmalig 1850 ihre blauen Blüten entfaltete.

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