Orchideen Vandopsis lissochiloides

By | Mai 18, 2017

Orchideen Vandopsis lissochiloides

Es ist das Schicksal vieler neuaufgespürter Pflanzenarten, bis zu ihrer endgültigen systematischen Eingruppierung von Gattung zu Gattung „herumgestoßen“ und immer wieder umbenannt zu werden.

So erging es auch unserer nebenstehend abgebildeten Orchideen – Art, die in den vergangenen 150 Jahren oft ihren Namen wechseln mußte. Ihr Entdecker, der französische Botaniker Charles Gaudichaud-Beaupre, begründete 1826 mit dieser Sippe das Genus Fieldia und nannte sie F. lissochiloides. Da jedoch der Gattungsname Fieldia von dem Schotten Allen Cunningham bereits ein Jahr zuvor für ein Gesneriengewächs vergeben worden war – also ein zweites Mal nicht verwendet werden durfte taufte der Vater der Orchidologie, John Lindley, unsere Spezies auf den Namen Vanda lissochiloides, benannte sie allerdings 1846 nochmals in V. batemanni um. Zwei Jahre später stellte sie der Österreicher Franz Xaver Zippe zur Gattung Grammatophyllum und gab ihr der pantherähnlichen Zeichnung wegen den Namen G. pantherinum. Nachdem zunächst der Heidelberger Botaniker Ernst Pfitzer, einer der bekanntesten Orchidologen, die vielgeprüfte Sippe dem Genus Stauropsis (St. lissochiloides) zugeordnet hatte, begründete er 1889 die Gattung Vandopsis, in die er unsere Orchidee einschloß. An diesem Beispiel kann man ermessen, wie schwierig es zuweilen sein kann, eine neuentdeckte Art in die entsprechende Gattung ein-zugliedern.

V. lissochiloides ist auf den Molukken und Philippinen heimisch und besiedelt hier vor allem nackte Küstenfelsen, oft im Bereich der Spritzzone. John Gould Veitch fand sie 1864 an der Südwestküste der Insel Guimaras (Philippinen), vergesellschaftet mit dem Philippinen-Venusschuh Paphiopedilum philippinense.

Aufsehenerregend an ihr sind nicht nur die lebendig gefärbten und wohlgeformten Blüten, sondern auch die bis zu einer Höhe von dreieinhalb Metern aufstrebenden, mit langen Blättern besetzten, kräftigen Stämme.

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